35 Jahre AMI

07.06.2019 12:09 | Blog, Gitarre

Die AMI Musical Instruments GmbH, die in Deutschland Martin Gitarren vertreibt, feiert 2019 35-jähriges Bestehen. Wir sprachen mit Gründer und Geschäftsführer Günther Lutz.

Die Leidenschaft zur Gitarre begann für AMI-Gründer Günther Lutz im Alter von 14. In seiner fränkischen Heimat bei Ansbach lernte er Gitarre zu spielen. Mit Büchern von Arlo Guthrie und auch Peter Bursch, der später über Lutz‘ Unternehmen eine Martin-Signature- und auch eine Sigma-Signature-Gitarre erhalten sollte. Nach Abitur und Zivildienst zieht es Lutz in die Welt auf reisen. Er lernte zahlreiche Musiker kennen, vor allem in England, für die er auch kleine Touren organisierte, wie beispielsweise Roger Hubbard. Seine ersten Kniffe im Gitarrenbau kann er sich zu dieser Zeit bei BTM Guitars in Nürnberg und bei Gitarrenbauer Roland Ötter abschauen. „Von ihm habe ich die Hölzer gekauft, für die erste Gitarre, die ich 1979 in der Waschküche meiner Mutter gebaut habe. Da hatte ich nur Schreinerwerkzeug und keinerlei Maschinen. Wenn ich da die richtige Dicke für Boden und Zargen gebraucht habe, dann habe ich das mit dem Hobel gemacht und nicht mit der Zylinderschleifmaschine“, erinnert sich Lutz. Sein Talent für den Gitarrenbau findet in seinem Freundeskreis großen Anklang: „1979 habe ich angefangen Gitarren zu bauen. Die wenigen Gitarren habe ich für Freunde nach deren Wünschen gefertigt. Ich wollte eigentlich mehr bauen, hatte aber so viel Reparaturen.“ Denn im gleichen Jahr stieg Günther Lutz in den bekannten Münchner Folkladen seines Bandkollegen mit ein. Zwei Jahre später kam, 1981, auch Rüdiger Helbig hinzu, der den Folkladen bis heute weiterführt.

Die Beziehung zu Martin Guitars entsteht

Zu Beginn des Folkladens waren für Günther Lutz und Rüdiger Helbig in Deutschland quasi keine Martin-Gitarren zu bekommen. „Der Dollar war sehr teuer. Es gab keinen Vertrieb. Also sind Rüdiger und ich zu Martin gefahren. Wir waren sehr spezialisiert auf Akustikgitarren und hatten Interesse. Sie haben uns dann auch gleich beliefert. Wir haben sofort acht oder zwölf Gitarren gekauft.“ Lutz hatte auch seine selbst gebaute Gitarre dabei und diese schien den Verantwortlichen bei Martin zu gefallen und so bot ihnen das Unternehmen an die Garantiereparaturen für Martin in Europa zu übernehmen. „Damals gab es für Martin Gitarren, die hier in Europa verkauft wurden, eine Lifetime Waranty für Original-Besitzer. Es war für Martin natürlich aufwendig, das Instrument erst in die USA kommen zu lassen, um es zu beurteilen. So habe ich für Martin also ein paar Jahre die Garantiereparaturen gemacht. Ich habe meinen Bericht geschrieben, ob es meiner Meinung nach unter die Garantie fällt oder nicht, dann konnte ich das Instrument reparieren und sie haben mich bezahlt.“

Der Folkladen und besonders Rüdiger Helbig als bekannter Banjo-Spieler zogen schnell die Bluegrass-Szene aus ganz Europa an. „Es ist wahrscheinlich immer noch der beste Banjo-Laden in Europa“, lobt Günther Lutz seinen Weggefährten. Großhändler und Vertriebe waren für die begehrten Instrumente aber noch rar gesät, so gründeten die beiden 1984 AMI. Den Anfang machte der junge Vertrieb mit SAGA, also mit Produkten wie Blueridge Gitarren, Gold Star Banjos und Kentucky Mandolinen. „Ich konnte am Anfang als Großhandel die Instrumente an den Folkladen verkaufen, aber von anderen Geschäften hat man vielleicht mal zwei oder drei Aufträge im Wert von 500 D-Mark bekommen“, berichtet Günther Lutz von der Anfangszeit. Ein Jahr später bekamen die beiden in München Besuch vom Export-Manager von Martin, der ihnen anbot Stinger E-Gitarren und Verstärker sowie Sigma Gitarren zu kaufen und zu vertreiben. Sie waren erfolgreich und kurze Zeit später folgte das Angebot auch Martin Guitars zu vertreiben. „Wir waren vorsichtig, weil wir wussten, dass wir nicht das große Geld hatten und nicht gleich große Mengen haben kommen lassen können. Zehn Martin Gitarren war für uns damals viel Geld. Aber die meisten haben wir erstmal sowieso im Laden verkauft. Wir haben im ersten Jahr 57 Martin Gitarren in Deutschland verkauft, heute schaffen wir locker ein Vielfaches dessen“, erklärt Lutz.

1991 trennte sich der gemeinsame unternehmerische Weg von Günther Lutz und Rüdiger Helbig, wie es weiterging, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von das musikinstrument.

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