Allrounder 2.0

15.11.2018 12:06 | Testberichte

Seit vielen Jahren schon gilt das 2200-Mikro aus dem hause sE Electronics als verhältnismäßig günstige, aber gleichzeitig qualitativ überzeugende Alternative im Kondensatormikrofon-Markt. In vielen kleinen und mittleren Studios gehört das Teil zur Standard-Ausstattung, und auch in High-End-Studios macht das 2200-Set von jeher eine gute Figur. Einen regelrechten Popularitätsschub erfuhr das Mikro, als bekannt wurde, dass weltbekannte Künstler wie Amy Winehouse bei ihren Album-Aufnahmen auf das 2200 zurückgriffen. Bewährte Qualität,neue Features Jetzt stellt sE Electronics mit dem 2300 seine Weiterentwicklung des Verkaufsschlagers vor – eine Multipattern-Variante, die sich bestens für Gesangsaufnahmen, aber auch für das Abnehmen von Instrumenten eignet.

Dabei hat der Hersteller bei dieser Neuauflage auf Altbewährtes gesetzt, aber auch das eine oder andere interessante neue Feature hinzugefügt. Das sE2300 ist nach wie vor ausgestattet mit der gleichen Kapsel, den gleichen Custom-Übertragern und der diskreten Class-A-Schaltung, die schon in den Vorgänger-Modellen zum Einsatz kamen. Dank eines nochmals optimierten Signalwegs weist das Gerät ein enorm geringes Eigenrauschen von nur 8dB(A) auf – und ist damit laut Herstellerangaben das rauschärmste Mikrofon am Markt. Zusätzlich ist das 2300 durch die neuen Richtcharakteristika-, Pad- und Filter-Optionen in zahlreichen Bereichen anwendbar, wenngleich seine größte Stärke nach wie vor im Vocal-Recording liegt. Nichts desto trotz konnte das 2300 auch bei der Aufnahme einer Akustikgitarre überzeugen. Handgefertigt Die Kapsel des sE2300 wird von sE Electronics in der eigenen Fabrik in Shanghai per Hand gefertigt und abgestimmt. Dabei legt der Hersteller Wert darauf, dass es sich hier um eine echte Kondensatorkapsel handelt und nicht wie bei anderen Produkten um sogenannte Backplate- und Elektret-Kapseln. Neue Elektronik Besonders geschraubt haben die Entwickler bei sE Electronics an der Elektronik des sE2300.

Die zwei schaltbaren Dämpfungsfilter ermöglichen einen hohen Dynamikumfang und machen auch bei hohem Schalldruck eine gute Figur. Durch zwei Low-Cut-Filter kann man ungewollte Trittschall-Geräusche eliminieren und bei Nahaufnahmen die Erhöhung der Bassanteile wieder verringern, um ein rundes Klangbild zu erhalten. Dank dieser Features eignet sich das sE2300 auch gut für die Aufnahme lauter Instrumente – etwa für E-Gitarren-Amps. Als Schlagzeug-Raummikrofon oder für die Abnahme von Blasinstrumenten. Und dank der bereits erwähnten umschaltbaren Richtcharakteristika können die Raumanteile auf der Aufnahme nach Wunsch variiert werden. Robustes Alltagsmikrofon Das sE2300 punktet zusätzlich durch seine gute Verarbeitung und seine stabile Bauweise. Das Gehäuse besteht aus Metall gefertigt und hält auch den einen oder anderen Schlag sicher aus. Erfreulich ist auch der mitgelieferte, passende Popschutz, der direkt an der Mikrofonhalterung befestigt wird und somit immer im richtigen Abstand zum Mikrofon positioniert ist. Fazit Wie schon seine Vorgängerversionen überzeugt das sE2300 durch seine Vielseitigkeit, seine gute Verarbeitung, seinen relativ geringen Preis, und nicht zuletzt durch seine gerade in diesem Preissegment außergewöhnliche Klangqualität. Das macht das Mikrofon zu einem idealen Modell für Einsteiger mit etwas größerem Budget, oder für Fortgeschrittene, die nach einem soliden Allround-Mikrofon suchen, das ihnen in fast allen Bereichen gute Dienste leistet. Die größte Stärke des Geräts ist und bleibt die Gesangsaufnahme, aber auch in anderen Feldern ist das sE2300 mehr als nur eine brauchbare Alternative, die auch für Profis interessant ist. Die Erfolgsgeschichte des Vorgängermodells dürfte mit diesem Mikrofon jedenfalls fortgesetzt werden.

Dominik Sauter

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