Vor 50 Jahren: Der Mensch betritt den Mond

14.06.2019 09:45

Am 20. Juli 1969 war es soweit, mit der Landefähre von Apollo 11 erfolgte die erste Landung der Menschheit auf einem fremden Himmelskörper. Wenig später betraten Neil Armstrong und Edwin Aldrin die Mondoberfläche. Der dritte Mann der Mission, Michael Collins, umkreiste währenddessen in der Apollokapsel den Mond. Die Berichterstattung über das eigentliche Geschehen wird durch alle Medien gehen und dann wieder völlig verschwinden. Alle diese Berichte werden sich erstaunlich ähneln. Darum hier exklusiv ein paar Geschichten rund um den Mondflug, die nicht so bekannt sind.

 

Warum flogen diese drei Männer?

Bis heute ist es Standard, zu behaupten, es habe eine feste Abfolge für die Einsätze der Astronauten gegeben. Und die drei Astronauten von Apollo 11 seien daher eher zufällig an Bord gewesen, da die Reihe an ihnen war. Unbestritten bestand das Astronautencorps der Vereinigten Staaten aus ungewöhnlich begabten und fähigen Männern, jeder für sich eine Ausnahmepersönlichkeit. Wer glaubt denn, nach einer eventuellen Katastrophe (die Chancen für einen Erfolg standen höchstens 50:50) hätte die NASA auf die Frage, ob sie wirklich ihre besten Männer geschickt hatte, etwa geantwortet: „Nein, es gab bessere, aber die drei waren einfach an der Reihe“. Die erste Landung auf einem fremden Himmelskörper ist keine Mission, bei der ein vermeidbares Risiko eingegangen werden darf – die beste Technik und die besten Männer müssen fliegen.

Michael Collins war damals der einzige Astronaut, der gelernt hatte, die Kommandokapsel und auch die Mondfähre zu fliegen. Edwin Aldrin war der einzige Astronaut, der die schwierigen Andockmanöver notfalls mit einem Rechenschieber und Papier und Bleistift ausrechnen konnte. Kommandant Neil Armstrong war ein geschätzter Testpilot mit außergewöhnlicher Nervenstärke. Er ist bis heute der einzige Kommandant einer Weltraummission aller Länder, der den Mut hatte, den Flug (von Gemini 8) in einer Notsituation aus eigener Entscheidung abzubrechen.

apollo 11 armstron collins aldrin

Die drei Apollo-11-Astronauten (von links): Kommandant Neil Armstrong (der "Zar"), Michael Collins und Edwin Aldrin (NASA).

Persönliches

Nicht nur die Details des Fluges mussten die Astronauten immer und immer wieder üben, auch den Ablauf des Starttages wiederholten sie oft. Zum Frühstück gab es das traditionelle Astronautenessen Steak und Ei. Armstrong telefonierte am Abend vor dem Start mit seiner Frau: „Es wird endlich Zeit, dass wir fliegen – ich kann kein Steak mehr sehen.“

Zur Ablenkung der Besatzung während des Hinfluges zum Mond, lass die Bodenstation Pressemeldungen vor. Die sowjetische Zeitung Prawda hatte Armstrong als „Zar des Raumschiffes“ bezeichnet. Als die Bodenstation einmal den Kommandanten sprechen wollte, kam die Antwort von Collins: „Der Zar putzt sich gerade die Zähne.“

Auf dem Mond gelandet, gab es eine Pause, bevor die beiden Astronauten aussteigen konnten. Edwin Aldrin ist Laienprediger, er vollzog das Ritual des Abendmahls. Armstrong war davon überrascht. Über Funk durfte davon nichts mitgeteilt werden, da die Verlesung eines Bibelverses bei Apollo 8 zu Protesten geführt hatte. Auf dem Mond beging Aldrin noch eine weitere (von ihm jahrelang geheim gehaltene) Handlung. Er versteckte eine Urkunde seiner Freimaurerloge unter einem Stein.

Vor dem Rückstart ließen die beiden Mondfahrer einen goldenen Olivenzweig auf der Oberfläche zurück. Drei gleiche Goldzweige erhielten die Witwen der drei bei einem Feuer 1967 ums Leben gekommenen Astronauten. Zwei Münzen aus Moskau wurden daneben abgelegt. Sowjetische Kosmonauten hatten sie übergeben, um damit an ihre gestorbenen Kameraden Juri Gagarin und Wladimir Komarow zu erinnern.

 

Astronauten-Mäuse

Während des Funkverkehrs wurden von den Astronauten oft Mäuse erwähnt. Ob es denen gut gehe und ob sie genug zu fressen hätten? Beobachter verwunderten diese Nachfragen sehr. Nach der Mondlandung mussten die drei Männer in Quarantäne, um das Einschleppen von eventuellen Mondviren zu verhindern. Dabei waren weiße Mäuse in der Quarantänestation der indikator, ob alle wohlauf sind. Sollten sich die Mäuse merkwürdig verhalten oder gar krank werden, hätten die drei Astronauten länger in Isolation verbringen müssen.

 

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