Auf Safari mit Martini

10.12.2018 13:56 | Schlagzeug

Für die „Special-Kits“ Safari und Martini bedeutet das im Wesentlichen, dass sie nicht mehr aus neun Lagen Pappel, sondern, wie zuvor die Select-Force-Serie auch, aus sieben Lagen Ahorn gefertigt sind.
Die Kessel kommen auf eine Wandstärke von 5,8 Millimeter. Ab einem Durchmesser von 18 Zoll setzt man auf eine Kesselstärke von 7,2 Millimeter.


Gut bestückt
Wir haben den AQ2-Neuzwachs genauer unter die Lupe genommen. Das Safari-Set ist bestens verarbeitet. Alles an diesem Set wirkt durchwegs wertig und solide. Die Gewindegänge der gummiunterlegten Böckchen sind sauber geschnitten und entgratet, da hakt und zwickt absolut nichts, und das Stimmen geht locker von der Hand. Die Spannklauen der Bass-Drum sind ebenfalls mit Gummi unterlegt und greifen perfekt an den gerundeten Bass-Drum-Spannreifen. Das sorgt dafür, dass jede noch so kleine Drehung an den Stimmschrauben eins zu eins auf das Fell übertragen wird. Die Snare-Abhebung, die ebenfalls bei der Force- sowie bei der Ascent-Serie verbaut wurde, ist gut einzustellen und arbeitet makellos. Floor-Tom-Brackets und Bass-Drum-Rosette sind ebenfalls gummiert und halten jeglicher Belastung stand. Als Tomhalter kommen beim Safari- und Martini-Kit ein kombinierter Tom-/Cymbalhalter aus der 400er-Serie zum Einsatz.
Die Kessel unseres Sets sind foliert mit einer White-Marine-Pearl-Folie aus dem Hause Delmar. Die Folie ist vollflächig verklebt und überlappt auf einer Länge von circa vier Zentimetern und ist bis etwa 1,5 Zentimeter unterhalb der Gratung angebracht, so dass jeder Fellkragen frei aufliegen kann.


Großwild mit 16 Zoll
Es ist erstaunlich, was die 16 x 15 Zoll große Bass-Drum alles kann. Schon mit den vorgedämpften Remo-UT-Fellen bietet diese Trommel ein sattes Attack. In tiefen Stimmungen lässt sich naturgemäß kein umfangreicher Tiefton formen, aber das fängt die kleine „Röhre“ mit einem mehr als ordentlichen Attack wieder auf. Diese Trommel nun als durchwegs Rock-tauglich zu bezeichnen, würde zu weit führen, aber wenn man den Tontechniker bittet, ein kleines bisschen mehr Bass auf die Bass-Drum zu legen, steht dem Rock-Gig nicht viel im Weg. In mittleren bis hohen Stimmungen hingegen kann man mit dem vorhandenen hohen Grundton des Kessels sehr gut arbeiten und die Bass-Drum zügig auf Funk, Blues, R´N´B und vor allem Jazz-Sounds trimmen. Für die jazzige Variante bietet es sich an, das vorgedämpfte Schlagfell gegen ein einlagiges Fell wie ein Remo Ambassador-Fell zu tauschen. Hierzu noch ein kleiner Hinweis: Trotz des Maßes von 16 Zoll ist diese Trommel eine Bass-Drum. Das bedeutet, dass man keine Tom-Felle aufziehen kann, denn der Bass-Drum-Spannreifen passt nicht auf deren Fellkragen – man benötigt also ein 16 Zoll Bass-Drum-Fell!


Mit allem was dazugehört ...
Die beiden Toms in 10 x 7 Zoll und 13 x 12 Zoll passen wunderbar zu diesem Set. Das 10 Zoll Tom lässt sich mit mittleren sowie hohen Stimmungen versehen, die sich tonal gut an den Bass-Drum-Sound anpassen. Mit 13 x 12 Zoll fällt das Floor-Tom recht „schmal“ aus. Tiefe Stimmungen macht dieses Tom bestens mit und entfernt sich dabei gut vom restlichen Bass-Drum- und Tom-Sound. Problemlos lassen sich Tonunterschiede von einer bis zwei Terzen zum Zehn-Zoll-Tom hin stimmen. Richtig jazzig, mit weichem Attack und einem langen hellen Sustain, gibt sich das 13-Zoll große Instrument, wenn es in die hohen Stimmbereiche geht.
Fast schon eine Standard-Größe bietet die Snare mit ihren 13 x 6 Zoll. Bestückt mit 2,3 Millimeter Power-Hoops stellt sie ein optimales Allround-Instrument dar, das sich in jeden Musikstil gut einbinden lässt. Egal, ob funky-high oder rockig tief, diese Snare überzeugt in allen Stimmlagen.

Noch ein kleiner Martini
Mit einer Größe von 14 x 13 Zoll ist die Martini-Bass-Drum wohl die kleinste Bass-Drum, die derzeit am Markt erhältlich ist. Bestückt mit den werkseitig vorgedämpften Fellen offeriert dieses „Trömmelchen“ einen überaus kompakten Sound, der sich gut für Hip-Hop-Beats und artverwandte Stile eignet. Das Sustain gibt ein gewisses Maß an Bassfrequenzen her, ist aber, bedingt durch die Größe der Trommel, nicht sehr ausgeprägt. Ein einlagiges Reso-Fell in Kombination mit einem zweilagigen Schlagfell fördert weit mehr Sustain zutage. Es lohnt sich allemal, mit verschiedenen Fell-Typen zu experimentieren, denn trotz der Größe kann die 14 Zoll Martini-Bass-Drum mit einem reichen Klangspektrum aufwarten.


Kein Martini ohne Garnitur
Die Tom-Batterie des Martini-Sets besteht aus einem 8 x 7 Zoll Rack- und einem 13 x 12 Zoll Floor-Tom. Beide Toms bieten dank der hohen Kesseltiefe vergleichsweise viel Bass und Tiefgang, und das trotz ihres geringen Durchmessers. Klarer Klangregent beim Achter-Tom ist das spitze und kräftige Attack. Es gibt allerdings auch einen Stimmbereich, in dem neben dem klaren Attack auch ein definiertes Sustain mitschwingt. Hierzu empfiehlt es sich, dem Schlagfell eine tiefe Stimmung zu verpassen, und im Kontrast dazu das Reso-Fell etwas höher zu stimmen – voilà, fertig ist ein 8 x 7 Tom mit genug Sustain und Klang, um gelungene Pop-Stücke zu spielen. Nicht viel anders verhält es sich mit dem 13 x 12 Zoll Floor-Tom. Auch hier spielt die Kesseltiefe dem geringen Durchmesser in die Karten. Ebenso kommt hier die tolle Verarbeitung der AQ2-Drums zum Tragen, denn saubere Gratungen sowie die gut verarbeitete Kesselhardware bieten eine äußerst weite Tuning-Range. So lassen sich viel Attack und ein gehöriges Sustain aus diesem Winzling kitzeln.
Knackig und auf den Punkt kommt die 12 x 5 Zoll Stahl-Snare. Diese passt bestens in das tonale Gesamtbild des Martini-Sets. Neben einer fantastischen Ansprache, die auch die leisesten Ghost-Notes sauber widerspiegelt, gibt es ein kerniges Attack und ein obertonreiches Sustain, vor allem dann, wenn man sich im hohen oder mittleren Stimmbereich bewegt.
Warum soll man sich nun Sets in solchen Größen zulegen? Die AQ2-Safari- und Martini-Sets sind transportabel und extrem platzsparend, egal, ob nun im Übungsraum, im Bandbus oder auf der Bühne. Wenn es nicht gerade um schwere 70th Beats oder treibende Metal- bzw. Doom-Stücke geht, können die beiden Sets, je nachdem, welche Ansprüche der Drummer stellt, mit aufgeräumten und kompakten Sounds überzeugen. Ein weiterer Pluspunkt ist die Tatsache, dass man die beiden Schlagzeuge extrem niedrig aufbauen kann. Und das macht aus dem Safari- und Martini-Set ganz nebenbei ideale Drum-Sets für Kinder und natürlich auch Musikschulen, denn damit hat man nicht nur Sets, hinter welche Kinder bequem passen, sondern auch Sets, die gut klingen und bestens verarbeitet sind.


› Peter Sausenthaler

 

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