Bose L1 Compact System: Tragbares Mini-Line-Array

10.04.2019 14:24

Gelingt es Bose mit dem L1 Compact System, die Erkenntnisse aus den großen Line-Array-Systemen in ein leichtes, aktives und kompaktes Säulen-PA-System zu integrieren? Mit welchen Features das L1 Compact punkten kann, verrät der ausführliche Tastenwelt-Test.

Bose L1 Compact System
Das gesamte Bose L1 Compact System wiegt nur knapp 14 Kilogramm. © Bose

Bereits im Jahr 1964 gründete Amar Gopal Bose (1929–2013) die Bose Corporation, die ihren Stammsitz in Framingham, Massachusetts, USA hat und zu den wenigen Lautsprecherherstellern zählt, die noch immer eine eigene Entwicklungsabteilung unterhalten. Zu den Prinzipien von Bose gehört, einen großen Teil des Gewinns wieder in die Forschung zu investieren. Das erklärt die hohe Innovationsdichte, mit der die Bose Corporation immer wieder für Aufsehen sorgt. Ein gutes Beispiel hierfür ist unser heutiger Testkandidat, das aktive Bose L1 Compact Line-Array-System, mit dem es dank des 180-Grad-Abstrahlwinkels möglich ist, mit nur einem System einen kompletten Raum zu beschallen. Wie das funktioniert und welche Überraschungen das L1 Compact System noch für uns bereithält, erfahren Sie hier.

Miniatur-Line-Array-System

Was bei den großen Line-Array-Systemen zur Beschallung großer Hallen funktioniert, kann auch bei entsprechender Verkleinerung für kleinere Räume nicht verkehrt sein. Diesem Grundgedanken folgend wurde das L1-Compact-Modell als aktives Zweiwegsystem konzipiert. Statt einem Endstufen-Rack bei den großen Systemen hat Bose einen Verstärker mit 130 Watt Ausgangsleistung in das Subwoofer-Gehäuse integriert.

Die vor der Bühne in einer Reihe am Boden stehenden Subwoofer-Boxen des großen Line-Array-Systems ersetzt beim L1 Compact ein leistungsfähiger Tieftonlautsprecher mit einem Durchmesser von acht Zoll beziehungsweise 203 Millimetern, der für die kraftvolle, detailreiche und natürliche Wiedergabe des unteren Frequenzbereichs von 50 bis 400 Hertz sorgt.

Montiert ist der Tieftonlautsprecher in einem leichten und stabilen Bass-Reflex-Gehäuse aus schwarzem Polypropylen. Die Gehäusefront besteht aus schwarz pulverbeschichtetem Stahllochblech, dessen Profil so geformt ist, dass mittig die nur sieben Zentimeter breite Mittel-/Hochton-Einheit eingesteckt werden kann. Diese für die Frequenzen von 400 bis 16 000 Hertz zuständige Lautsprechersäule besteht aus sechs kleinen Mittel-/Hochtontreibern mit einem Durchmesser von zwei Zoll beziehungsweise 51 Millimetern, die alle so ausgerichtet sind, dass ein Abstrahlwinkel von beachtlichen 180 Grad erreicht wird.

Der Schall verteilt sich folglich halbkugelförmig um die Front des Lautsprechers mit einem vertikalen Winkel von nur 40 Grad. Dies bedeutet wiederum, dass die Mittel-/Hochton-Einheit durch den Einsatz einer oder beider im Lieferumfang enthaltenen Distanzsäulen auf Ohrhöhe des Publikums gebracht werden sollte. Unter Verwendung der beiden Distanzstücke erreicht das System eine maximale Höhe von 199,5 Zentimetern, sodass auch stehendes Publikum problemlos beschallt werden kann und das System auch bei relativ niedrigen Decken keine Probleme bereitet.

Leicht zu transportieren

Das Bose L1 Compact ist ein wirkliches Leichtgewicht. Das gesamte System, inklusive der gepolsterten Schutzhaube und der Umhängetasche mit den beiden Distanzsäulen, wiegt gerade mal knappe 14 Kilogramm. Die bequeme und großzügig dimensionierte Griffmulde auf der Oberseite des Subwoofers erlaubt auch das Tragen von Handschuhen und der Lautsprecher lässt sich so leicht mit einer Hand transportieren. Der Tragegurt der Umhängetasche ist angenehm breit, sodass die knapp drei Kilogramm der beiden Distanzsäulen wirklich nicht ins Gewicht fallen. Auf diese Weise lässt sich das gesamte L1 Compact System in einer Tour transportieren und man hat sogar noch eine Hand frei, zum Beispiel für einen Akten- oder Gitarrenkoffer.

Auch der Aufbau des Systems ist kinderleicht. Einfach das Netzkabel aus der in die Haube eingearbeiteten Tasche nehmen und damit das L1 Compact System an die nächste Steckdose anschließen. Dank des automatischen Schaltnetzteils braucht man sich um die gerade verfügbare Netzspannung keine Gedanken zu machen. Durch die Anpassungsfähigkeit des Netzteils von 100 bis 240 Volt Wechselstrom, gleich ob mit einer Wechselfrequenz von 50 oder 60 Hertz, kann man sein L1 Compact System problemlos weltweit einsetzen.

Ein weiterer Vorteil: Das System kommt vollkommen ohne Lautsprecherkabel klar, da alle Anschlüsse nur durch die Steckkontakte der maximal drei Säulenelemente automatisch hergestellt werden. Durch die Form der Steckkontakte ist eine Verwechslung durch Verdrehen der Säule ausgeschlossen. Hier hat Bose wirklich mitgedacht. Besser, schneller und sicherer kann man den Systemaufbau nicht gestalten!

Integrierter Zwei-Kanal-Mixer

Auch bezüglich der Verarbeitung und Optimierung des Eingangssignals lässt das L1 Compact System von Bose keine Wünsche offen. Während andere aktive Lautsprecher oft nur eine Ein- und eine Ausgangsbuchse bieten, hat Bose dem L1 Compact gleich ein zweikanaliges Mischpult spendiert, das auf der Oberseite des Subwoofers seinen Platz gefunden hat. Alle Regler und Anschlüsse sind gut zugänglich und klar beschriftet, sodass man wirklich kein Tontechniker sein muss, um die Funktion der Bedienungselemente zu verstehen. Hat man das L1-System am Netzschalter, neben der Kaltgerätebuchse für das Netzkabel, eingeschaltet, so leuchtet die mittig unter dem Tonematch-Logo eingelassene Status-LED mit der Bezeichnung „Power“ blau auf.

Den vollständigen Testbericht lesen Sie in Tastenwelt 3/2019 – die Ausgabe können Sie direkt hier im Shop bestellen.

Text: Michael Hennig

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