Dante: Audio via Netzwerk

22.05.2018 14:14 | Veranstaltungstechnik

Audionetzwerke sind der Trend in der Tontechnik. Sie bieten umfangreiche Routing-Möglichkeiten und einfache und günstige Konfiguration von komplexen Setups. Ein Netzwerk sticht dabei in letzter Zeit besonders heraus: Das Dante-Netzwerk.

Dante bedeutet „Digital Audio Network Through Ethernet“. Bereits über 200 Hersteller von Pro-Audio-Produkten haben Dante lizenziert und stellen mehrere Hundert Geräte mit Anbindung an das Netzwerk zur Verfügung.

Was macht Dante so interessant für die Audio-Branche?

Das von Audinate entwickelte Netzwerk arbeitet auf IP-Basis, wie man es auch von Heim- oder Büronetzwerken kennt und besteht aus einer Kombination aus verschiedenen Netzwerk-Protokollen sowie Hardware und Software. Ein entscheidender Vorteil ist die Möglichkeit, nicht nur Audiodaten sondern auch Steuerdaten zu übertragen. So können auch im Netzwerk angebundene Geräte ferngesteuert und konfiguriert werden.

Zudem ermöglichst Dante auch kostengünstige Setups. Computer können ohne spezielle Hardware, nur über Software, wie der Dante Virtual Soundcard, per Netzwerkkabel an das Dante-Netzwerk angebunden werden. Bessere Ergebnisse erreicht man am Computer jedoch mit speziellen Dante-Erweiterungskarten.

Mit einem einzelnen Netzwerkkabel können bis zu 128 Audio-Kanäle bis zu 80 Meter weit übertragen werden. Mit Glasfaser-Verbindungen können sogar mehrere Kilometer überbrückt werden.

Das einfachste und kleinste mögliche Dante-Netzwerk ist die Verbindung zweier Dante-fähiger Geräte per Netzwerkkabel. Ein sehr verbreitetes Beispiel dafür ist die Verbindung eines Digitalmischpults mit einer Netzwerkfähigen Stagebox. Das Routing und die Konfiguration übernimmt dabei das Digitalmischpult. Sind diese Funktionen nicht implementiert, kann das ein Computer mit der Dante-Controller-Software von Audinate übernehmen. W-Lan ist leider nicht für Dante geeignet.

Sollen mehrere Dante-Geräte in einem Netzwerk verbunden werden, wird lediglich ein Netzwerk-Switch benötigt, an dem alle Geräte angeschlossen werden. Es ist zwar möglich mehrere Dante-Geräte als Daisy-Chain aneinander anzuschließen, jedoch wird die Netzwerklast dadurch unnötig erhöht, was sich auch negativ auf die Latenz auswirken kann. Audinate empfiehlt, die Daisy-Chain-Anbindung nicht einzusetzen.


Mehr zum Thema:
Weitere Informationen und Konfigurationsbeispiele gibt es im Dante-Special in der aktuellen pma Ausgabe 4/2018.

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