Digital AudionetworX Pro Audio Notebook 15 Zoll

09.11.2018 10:28 | Testberichte, Blog

 
Digital AudionetworX hat seit Jahren Notebooks im Angebot, die auf den Einsatz im Audiobereich spezialisiert sind. Was die Rechenleistung betrifft, sind diese Rechner inzwischen echte Alternativen zu Desktop-Systemen. Im Pro Audio Notebook werkelt ein i7 mit sechs Rechenkernen.
 
Längst haben Mobilcomputer vielerorts den stationären Rechner verdrängt. Trotz kleinerer Bildschirme und geringerer Erweiterbarkeit ist eine mögliche Transportabilität ein schlagendes Argument. Um trotz beengter Platzverhältnisse ein Optimum an Rechenleistung aus solchen Systemen herauszukitzeln, sind Experten gefragt. Digital Audionetworx aus Berlin hat gleich drei optimierte Notebook-Produktlinien im Programm, von denen das in 15 und 17 Zoll erhältliche Pro Audio Notebook den Brückenschlag zwischen hoher Rechenleistung und kompakten Abmessungen anstrebt. 
Im Unterschied zu Stangenware steht hier neben einer optimierten Hardware auch die Konfigurierbarkeit des Systems im Vordergrund.
 

Ausstattung

Das 15-Zoll-Testmodell arbeitet mit Windows 10 Home und setzt auf Intels i7-8750H-CPU mit sechs Rechenkernen (Nominaltakt: 2,2 GHz, typische Taktung 2,4–2,7 GHz). Das nicht reflektierende 15,6-Zoll-Display mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln wird von einer vollwertigen, dedizierten GTX-1060-Grafikkarte versorgt, die auch externe 4K-Bildschirme versorgen kann, ebenso wie Anwendungen aus den Bereichen Games, Bildbarbeitung und Amateur-Filmschnitt. Das System lässt sich mit bis zu 32 GB DDR4 RAM (16 GB im Testsystem) und bis zu zwei Festplatten (SSD und M.2) bestücken (Testsystem: 250 GB SSD).
 
Der mattschwarze, funktional gestaltete Computer ist angenehm flach (380 x 255 x 18,6 mm), ansprechend verarbeitet und dank Aluminiumgehäuse durchaus robust. Er bringt mit 55 Wh Akku zwei Kilogramm auf die Waage. Nur das Netzteil fällt etwas klobig aus. Die beleuchtete Tastatur verfügt über ein Zehnerfeld – lobenswert – und wird um ein Multi-Gesture-Touchpad ergänzt. Die Schnittstellenaustattung ist mit HDMI, 2x Display-Port, 3 x USB-C, 2x USB 3, GB-Ethernet und SD-Slot üppig bestückt. Lediglich Thunderbolt ist der 17-Zoll-Variante vorbehalten. Der Preis für die Testkonfiguration liegt bei 1699 Euro inklusive WLAN-/ Bluetooth-Modul.
 

Praxis

Etwas gewöhnungsbedürftig ist die leicht verkleinerte Tastatur, die bei der DAW-Bedienung aber den Vorteil ihres Zehnerblocks ausspielt. Natürlich kann der Rechner aber auch mit externer Tastatur, Maus und externen Bildschirmen genutzt werden und wird damit zum klassischen Arbeitsplatz. Die allgemeine Rechenleistung von CPU und Grafiksystem (im Betrieb mit Netzteil) ermittelte ich mit Cinebench R15. Hier ergaben sich Werte von 974 cb (CPU) und 117,76 fps (Open GL). Zum Vergleich: Ein kompaktes Macbook Pro Typ 13,2 (i5 6269Z 2x 2,9 GHz, Intel Iris Graphics 550) kam auf bescheidene 339 cb (CPU) und 36,11 (Open GL). Die Rechenleistung moderner CPUs unterstreicht der Vergleich mit einem betagten Desktop-System mit i7 X990 CPU (6x 3,46 GHz), die es nur auf 817 cb brachte. Kurz und gut: Die Rechenleistung des Pro Audio Notebook ist durchaus auf einer Höhe mit stationären Computern.
 
Die entstehenden Temperaturen und die zugehörige Wärmeabfuhr stellen in jedem Notebook einen begrenzenden Faktor da. So klettert der verbaute i7 im Volllast-Test mit Prime 95 auf Maximalwerte über 85 Grad, ohne allerdings Threads zu überspringen oder sich selbständig herunterzutakten. Nicht erschrecken: Dieser Wert gilt auch für entsprechend bestückte Mitbewerber und lotet schlicht die Grenzen der derzeitigen Prozessorgeneration in einem entsprechenden Gehäuse aus. In der Praxis werden solche Lasten allerdings nicht erreicht, sodass man festellen kann, dass das Notebook bei hohen Auslastungen warm bis heiß wird und man entsprechend mit einem hörbaren Lüfter leben muss. In dieser Hinsicht lässt sich ein entsprechendes Produktionswerkzeug nicht mit einem leistungsschwachen Ultrabook vergleichen. Dafür bietet das Pro Audio Notebook eine „große CPU“, die Spikes abfangen kann, die ansonsten zu Knacken führen würden.
 
Den vollständigen Testbericht lest ihr in KEYS 12/2018 – die Ausgabe könnt ihr direkt hier im Shop bestellen.
 
Text: Ulf Kaiser
Foto: Digital AudionetworX

Kommentar eingeben

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.