Raketenflug soll beweisen: „Die Erde ist flach“

26.03.2018 16:26 | Luftfahrt

Von Anhängern der Verschwörungstheorie ist die Öffentlichkeit ja einiges gewöhnt. Der neueste Hit in den USA ist die Behauptung, die Erde sei eine flache Scheibe. Nun gut, das hatten wir früher schon einmal. Selbst lange vor Erfindung der Luftfahrt und der Flüge in den Weltraum gab es gute Argumente, dass dieses antike Weltmodell zu den Akten gelegt wurde.

Jetzt findet diese neue/alte Sichtweise auf unseren Lebensraum wieder starken Zulauf. Wie sieht dieses Weltmodell aus? Die Kugelform der Erde ist eine Erfindung der Machthaber zur Unterdrückung der Bevölkerung. In Wahrheit ist die Welt eine flache Scheibe. Damit die Meere nicht über den Rand auslaufen, gibt es rings umher eine hohe Wand aus Eis. Die Luft entweicht nicht in den Weltraum, weil oben auf der Erdscheibe ein durchsichtiger Deckel liegt. Daran sind auch die Planeten und Sterne befestigt. Auch die Gravitation ist eine Erfindung der Mächtigen. Dinge „fallen“ nach unten, weil sich die flache Scheibe in Wirklichkeit nach oben bewegt.

Diesen Deckel kann nichts durchdringen, darum gibt es auch keine Raumfahrt. Alle Bilder und Filme, welche die Erde mit einer Kugelgestalt zeigen sind natürlich gefälscht. Im Prinzip besteht die Menschheit fast ausschließlich aus Verschwörern, nur die wenigen Tausend Anhänger der Flachwelt-Theorie haben den richtigen Durchblick.  Ein kleiner Wermutstropfen für die „Flat-Earther“ ist leider das völlige Fehlen von Beweisen für ihre Behauptung. Aber daran arbeitet Mike Hughes in Kalifornien. Er baut kleine Raketen. Wenn er sich selbst hoch genug schießen kann, in eine Höhe, in der nach Behauptung der Mächtigen die Krümmung der Erde zu sehen sein soll, will er dort ein Foto machen. Und darauf, so sind der 61-jährige  „Mad Mike“ und seine Anhänger überzeugt, wird die weiße, eisige Randbegrenzung der flachen Erde zu sehen sein. Am 25. März 2018 hat sich der wagemutige Pionier des neuen Weltbildes mit seiner Konstruktion in eine Höhe von etwa 570 Metern geschossen. Die Rakete flog mit heißem Wasserdampf, der in einem Metallbehälter von 160 cm mit einem Durchmesser von 60 cm unter hohem Druck gespeichert war und über eine kleine Düse austrat. Zur Landung setzte Mike Hughes mit einem Fallschirm an.

Mike Hughes ist sicher gelandet. (Bilder von seiner facebook-Seite)

Dieser Versuch kam aber nicht hoch genug, um den Eisrand ins Blickfeld zu bekommen. Beim nächsten Start soll ein Ballon Mike Hughes und seine Rakete in über 30 Kilometer Höhe tragen und von dort will er mit Raketenkraft weiter in etwa 100 Kilometer Höhe fliegen. Dort oben ist der Eisrand der Flacherde mit Sicherheit zu sehen. In der dünnen Luft braucht er einen Raumanzug, den möchte er von der NASA spendiert bekommen. Diese hat Raumanzüge für die – wir erinnern uns – nicht existierende Raumfahrt entwickelt. Auf die Idee, ein Boot zu mieten und bis zum Eisrand zu fahren, ist noch kein „Flat-Earther“ gekommen. Man darf halt nicht zuviel verlangen.

Wahrscheinlich wurden die frühen Luftfahrt- und Raumfahrtpioniere ebenso belächelt, wie „Mad Mike“ mit seiner Dampfrakete. Wer sich ernsthaft und sehr ausführlich über die Luftfahrtgeschichte informieren möchte, dem sei die FliegerRevueX empfohlen. Dort gibt es alle zwei Monate auf 116 Seiten spannende Flugzeug-Stories: www.fliegerrevuex.aero

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