Gary Moore und sein Equipment

18.04.2019 16:08 | Gitarre

Gary Moore gehörte zweifelslos zu den ganz großen Gitarrenhelden. Bis Moore am 6. Februar 2011 verstarb, schlug sein Herz für den Blues und Classic Rock. Wir sind seinem Equipment auf der Spur.

Gary Moore’s Gitarren

Der Vorbesitzer der legendären „Greenie“ Gibson Les Paul war Peter Green, der Gary in den siebziger Jahren Idol und Lehrmeister zugleich war und von dem Gary die Gitarre schließlich kaufte – für 300 Dollar – so viel wie Peter Green Mitte der sechziger Jahre selbst bezahlt hatte. Die leicht gemaserte und äußerst ausgeblichene Lemon Burst Les Paul musste Gary einige Jahre später in einem finanziellen Engpass verkaufen.

Gary besaß – vor allem in seiner Hard-Rock-Phase in den achtziger Jahren – eine nur zu erahnende Anzahl an Powerstrats von Charvel, Hamer und Kramer – in den schrillsten Farben und durchgehend mit DiMarzio-Humbuckern oder aktiven EMG-Pickups bestückt. Eine seiner berühmtesten S-Style-Gitarren war jedoch seine 1961er Fender Stratocaster in Fiesta Red. Die rote Strat wurde ihm angeblich sogar einmal von einem US-Zoll-Mitarbeiter gestohlen und dann aus Ehrfurcht wieder zurückgegeben – der Mann hatte zunächst nämlich keine Ahnung, welchen Gitarrengott er da hatte bestehlen wollen.

Gary Moore’s Effekte

Gary Moore war ein Mann der Stunde wenn es um neue Pickups, Zerr-Pedale oder Soundeffekte ging. So hatte er nie ein Problem damit auch auf Vintage-Gitarren Medium-Jumbo- oder gar Jumbo-Bünde aufhämmern zu lassen, durchweg zeitgemäße Stimmmechaniken montieren zu lassen oder die Pickups zu tauschen. Gerade in den Siebzigern und frühen Achtzigern versah Gary seine Gitarren gerne mit DiMarzio-Super-Distortion-Pickups.

Moore war außerdem überaus bekannt dafür, seine Les Pauls über Ibanez TS-9 oder TS-10 zu schicken. Generell war Moore ein großer Boss-Fan und verwendete auch gern deren Modulations- und Delay-Effekte. Für ihn zählten beim Equipment vor allem drei Dinge: Qualität, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit. Im Studio verwendete er jedoch auch gerne Rack-Equipment und unzählige kleine Rafinessen – die jedoch immer auf einem soliden Ton-Fundament fußten.

Gary Moore’s Verstärker

Moore verwendete von frühester Zeit an Marshall-Amps, etwa ab 1973 – davor einen Vox AC30. Bei seinen Marshalls hielt er sich meist an die 1959-Super-Lead-Topteile, die er auch in den '80ern – damals optisch irreführend im Gewand der JCM800-Serie – gerne auf den Bühnen dieser Welt auftürmte. Den meisten im Gedächtnis ist jedoch sein Retro-Anbandeln mit dem Marshall-Bluesbreaker-Combo –mit EL34 bestückt(!) in Kombination mit dem Marshall Guv’nor Distortionpedal– auf dem '90er Album Still Go The Blues. – ein absolutes Rock-Monument.

Vom Bluesbreaker und auch von Marshall löste sich Moore jedoch wenig später wegen zweier Soldano-Modelle, die in aller Munde waren – dem SLO100 sowie dem Hot Rod 50. Marshall soll es jedoch ein großes Anliegen Moore wieder zurück zu holen. Und so Gary Moore bereits im Jahr 1995 – mitten während alle Musikläden der Welt mit JCM900-Amps zugestellt wurden – die ersten beiden Prototypen der erst 1997 vorgestellten JCM2000-DSL-Modelle zugeschickt. Dieser Amp sollte bis weit hinein in die 2000er seine erste Wahl auf den Bühnen der Welt und wahrscheinlich der am längsten von ihm gespielte Amp sein.

Jetzt wisst ihr, welches Equipment Gary Moore im Laufe der Jahre verwendet hat. Aber bekanntlich kommt ja der Ton aus den Fingern. Was das expressive Spiel mit Bendings, Pentatatonik und Leads des geborenen Linkshänders so unglaublich authentisch und beliebt gemacht hat, erfahrt ihr im Tone-Trademarks Workshop In der guitar-Ausgabe 5/19 - direkt bei uns im Shop bestellen!

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