Gesangsaufnahme in Eigenregie

22.01.2020 12:01

Ganze Alben lassen sich im Computer produzieren. Und die Vocals? SOUNDCHECK zeigt dir in diesem Workshop alles Wichtige für deine Gesangsaufnahme-Session im Alleingang.

Im Profistudio: Vocalcoach, Tontechniker und Produzent sitzen auf der einen Seite der Scheibe des Aufnahmeraums, während auf der anderen Seite Sänger oder Sängerin ihre Performance darbieten. Ausgiebig wird mit viel Know-how und Hardware an den Gesangsspuren gearbeitet.

Für viele ist das jedoch nicht der Alltag. Eigenleistung ist angesagt. Mit dem richtigen Wissen und wenig Equipment ist es aber durchaus möglich, edle Gesangsaufnahmen in den eigenen vier Wänden durchzuführen und das auch alleine.

Dabei kann die One-Man-Show durchaus Vorteile bringen. Anders als im Mietstudio habt ihr keinen Zeitdruck. Einfach nach einer Woche nochmal einen Versuch machen, weil man noch nicht zufrieden war, kostet euch keinen Cent.

Gleiches gilt für die Atmosphäre. Als Sänger öffnet man sich bei seiner Performance. Die vertraute Umgebung macht es leichter, unbeschwert zu agieren. Ihr habt volle Kontrolle über die Zeiten, die Beleuchtung oder Raumtemperatur und könnt die optimalen Bedingungen schaffen. Nehmt euch die Zeit und spielt diesen Vorteil aus.

Natürlich gibt es auch Nachteile. Anders als bei einer großen Studioproduktion, bei der ihr euch ausschließlich um die Gesangsperformance kümmern müsst, fallen euch viele Aufgaben zu. Ihr seid Techniker, baut alles auf, bedient die DAW. Ihr seid Vocalcoach und bewertet die aufgenommenen Spuren, sucht nach Verbesserungspotenzial, kontrolliert Aussprache, Rhythmik und Intonation. Der Produzent in euch sucht nach der emotionalen Performance. Die Aufgaben eines Assistenten fallen ebenfalls an: Kaffee kochen, Backups anlegen, Spuren benennen.

Setzt euch verschiedene Hütte auf, trennt die Aufgaben zeitlich. Es spricht nichts dagegen alle Aufbauarbeiten am Vortag der Recording-Session zu erledigen. Richtet das ausgewählte Mikrofon ein, legt Spuren und Subgruppen an, wählt den Hall aus, macht den Monitormix. Am Aufnahmetag reichen dann kleine Feinjustierungen und ihr könnt frisch und motiviert direkt loslegen, ohne ermüdet und abgelenkt zu sein.

Nimmt man im Alleingang auf, kann es sinnvoll sein, nicht sofort seine eigene Performance zu bewerten. Nehmt mehrere Durchgänge, gerne mal längere Passagen am Stück, auf und geht danach erst in eine Bewertungsphase. Setzt euch bewusst hin, wechselt von der Aufnahmeposition in den Produzentensessel. Zeiteinheiten von 30 bis 45 Minuten haben sich bewährt. Bedenkt aber, dass möglicherweise zwischendurch die Stimme wieder neu aufgewärmt werden muss. Feinere Nachbearbeitung (Intonation), Schnitte oder die finale Auswahl der Takes verschiebt ihr auf einen anderen Termin. Wer genug Material aufgenommen hat, geht mit frischen Ohren und etwas Abstand effizient ans Werk.

Für eine gelungene Vocal-Session sind viele Faktoren wichtig.

Der Raum

Der Raumsound ist ein fundamentaler Parameter. Anders als im Tonstudio wird man beim Homerecording selten optimale Bedingungen vorfinden ...

Wenn euch der Artikel gefällt und ihr gern weiterlesen möchtet, so findet ihr den kompletten Workshop und viele weitere tolle Themen in der Ausgabe 2/2020 von SOUNDCHECK, erhältlich hier bei uns im PPVMEDIEN-Onlineshop.

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