Gitarre stimmen – die Top 5 der Gitarrenstimmungen

04.07.2018 10:19 | Gitarre


Bevor man überhaupt mit dem Gitarrenspielen loslegen kann, muss man das gute Stück natürlich stimmen. Wie? Na, wie im Unterricht natürlich! „Eine alte Dame geht heute essen“, hat der Lehrer noch gesagt – also: E-A-D-G-H-E. Das H schreiben wir im Weiteren wie die Amis als B, das deutsche B als Bb, also B-flat. Damit befindet man sich dann in der so genannten Standardstimmung, in der auch tatsächlich die meisten Songs notiert sind.

Dennoch gibt es viele gute Gründe, auch mal eine andere Stimmung „einzutunen“, Nicht zuletzt, weil man damit Sounds erzeugen und Griffe greifen kann, die sonst wortwörtlich unerreichbar wären. Wir zeigen euch die fünf nützlichsten alternativen Gitarrenstimmungen zum ausprobieren und experimentieren:


Eb-Ab-Db-Gb-Bb-Eb: „Einen Halbton runter“

Im Muckersprech hört man das gern so: „Wir spiel’n ’n Halbton runter.“ Was der bierselige Lead-Klampfer damit meint? Na, dass alle sechs Saiten jeweils um einen Halbtonschritt nach unten gestimmt werden – aus E wird Eb, aus A Ab und so weiter. Alternativ kann diese Stimmung als D#-G#-C#-F#-A#-D# auch mit Kreuzvorzeichen geschrieben werden. Da man aber von der Standardstimmung runterstimmt, scheint die b-Variante logischer. Von Hendrix als einem der Ersten eingesetzt, war diese Stimmung gerade in den Achtzigern bei Bands wie Guns N’ Roses oder Van Halen äußerst beliebt. Wenn bei eurer neuen Powerballade der Sänger also die hohen Töne nicht mehr japsen kann, probiert mal diese Alternative, ein Halbton wirkt da oft schon Wunder.


D-A-D-G-A-D: „Keltische Klänge?“

Diese als DADGAD bezeichnete Stimmung stammt ursprünglich aus der keltischen Volksmusik und wurde ab den Sechzigern durch Gitarristen wie Jimmy Page oder Rory Gallagher auch im Pop und Rock populär. In dieser Stimmung habt ihr auf den Leersaiten das D in drei Oktaven zur Verfügung. Mit den zwei A-Leersaiten, die zum D die Quinte darstellen, habt ihr also ohne irgendwas zu greifen direkt einen kleinen Akkord zur Verfügung. Da sich mit wenig Greifarbeit sofort komplexere Harmonien erzeugen lassen, ist DADGAD auch bei modernen Fingerstylern wie Andy McKee beliebt.


Open-G/Open-A: „Offen gestanden spielt sich’s besser“

Fürs Open-D-Tuning stimmt ihr eure Gitarre wie folgt: D-G-D-G-B-D. So haben es zumindest ikonische Blueser und Rocker wie Son House, Charley Patton, Keith Richards oder Jimmy Page gemacht. Alternativ kann die tiefe E-Saite auch auf ein G und die A-Saite auf ein B hochgestimmt werden. In beiden Fällen erzeugen die sechs angeschlagenen Leersaiten so einen G-Dur-Dreiklang mit Grundton G, Terz B und Quint D. Slide-Spieler begrüßen dieses Tuning besonders, da einem so ohne Greifaufwand immer alle Akkordtöne der Begleitung unterm Slide liegen. Am gängigsten ist diese Stimmung dann auch im Blues. Die Bünde 0 (also Leersaiten), 5 und 7 stellen die entsprechenden Stufen I, IV beziehungsweise V der Standard-Bluesform dar. Das verwandte Open-A sei hier nur am Rand erwähnt, denn letztlich stimmt ihr euer Open-G-Tuning schlicht einen Ganztonschritt nach oben, was dann so aussieht: E-A-E-A-C#-E. Alternativ lässt sich die Terz C# auch in die D-Saite holen, was eine etwas andere Klangfarbe mit sich bringt: E-A-C#-E-A-E.


Open-D/Open-E: "Slide dir einen"

Ähnlich dem eben besprochenen Open-G habt ihr auch bei Open-D ohne nur einen Finger zu heben sofort einen Dur-Akkord auf den Leersaiten – nämlich den namensgebenden D-Dur. Üblicherweise in D-A-D-F#-A-D gestimmt, haben Gitarristen wie Keith Richards oder Mark Tremonti die Dur-Terz F# auch schon komplett aus der Stimmung verband: D-A-D-A-D-D. Auch hier bietet sich wieder der Slide-Einsatz an. Open-E entsteht, indem man, analog wie man das bei Open-A gemacht hat, die tiefere Stimmung um einen Ton nach oben stimmt.


Drop-Tuning: "Es tönt tief"

Das Drop- (manchmal auch „Dropped“-)Tuning gibt es in verschiedenen Varianten. Das Grundprinzip ist aber überall gleich: Die tiefe E-Saite wird im Verhältnis zu den restlichen Saiten um einen Ganzton weiter nach unten gestimmt. Gerne in vielen Metal-Spielarten eingesetzt, hat dieses Tuning den Vorteil, den typischen Powerchord mit nur einem Finger über den tiefen drei Saiten spielen zu können. Drop-D wäre dementsprechend ein Standard-Tuning mit auf D runtergestimmter E-Saite, für Drop-C stimmt ihr alle Saiten einen Ganzton runter und die tiefe E dann noch einen weiteren herunter auf das C und so weiter.

 

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