IMG Stageline: Intelligente Kraftpakete

14.03.2019 07:53

Auch wenn der Marktanteil der aktiven PA-Lautsprecher ständig wächst, bei denen die für den jeweiligen Lautsprecher passende Endstufe bereits in die Lautsprecherbox eingebaut ist, so gibt es immer noch Installationen, bei denen der separate Betrieb der Endstufen in Verbindung mit passiven Lautsprechern absolut Sinn macht.
Da insbesondere ältere Endstufenmodelle ausschließlich der Verstärkung eines Audiosignals dienen und meist keine eigene Signalbearbeitung bieten, empfiehlt sich bei diesen Endstufen ein zusätzlicher Signalprozessor für die Aufbereitung des Audiosignals vor dem Endstufeneingang. IMG Stageline bietet nun mit den beiden neuen Endstufenmodellen STA-1600DSP und STA-2200DSP zwei „intelligente“ Endstufen, welche nicht nur das Audiosignal verstärken, sondern auch eine Aufbereitung des Signals mit Hilfe des „Digital Signal Processings“, kurz DSP, ermöglichen, sodass ein zusätzlicher, externer Signalprozessor nicht mehr nötig ist.

Frontseite
Bereits beim Auspacken fällt uns auf, dass beide Modelle optisch fast gleich aussehen. Das Gehäuse des etwas leistungsstärkeren Modells STA-2200DSP ist lediglich etwas tiefer und das Gewicht etwas höher. Beide Endstufen sind sauber verarbeitet und verfügen über ein stabiles, schwarz lackiertes 19“, 2 HE Stahlblechgehäuse.
Die obere Hälfte der Endstufen-Front schmückt ein Lochmuster, durch das die Kühlluft angesaugt wird. In der Mitte der unteren Hälfte leuchtet ein blaues, zweizeiliges LC-Display, auf dem normalerweise der Betriebsmodus der Endstufe, das angewählte Preset sowie die Eingangsdämpfung für den linken und rechten Kanal angezeigt werden, sofern man sich nicht gerade im Editiermodus befindet. Direkt unter dem LC-Display finden wir den aufgedruckten Modellnamen und den Escape-Knopf mit der Bezeichnung „ESC“, mit dem man im Editiermodus jeweils um eine Menü-Ebene nach oben oder ganz aus dem Editier-Menü springen kann. Links und rechts vom Display befinden sich die beiden Endlos-Drehregler, mit denen im Normalmodus die Lautstärke für Kanal A und B der Endstufe eingestellt werden können.
Im Editiermodus, in dem die Einstellungen der DSP-Steuerung verändert werden können, hat der linke Drehregler die „back“ bzw. „Ein Schritt zurück“-Funktion und der rechte Regler die „Next, Edit, Enter“-Funktionen. Vertikal neben den beiden  Endlos-Drehreglern sind je Kanal vier Status-LEDs positioniert, die mit „Protect“, „Limiter“, „Signal“ und „Active“ beschriftet sind. „Protect“ leuchtet auf, wenn der betreffende Endstufenkanal bedingt durch die Aktivierung einer Schutzschaltung, wie zum Beispiel durch Überhitzung, abgeschaltet wird. Das Aufleuchten der „Limiter“-LED signalisiert, dass der Limiter ein zu hohes Eingangssignal begrenzt. „Signal“ leuchtet auf, sobald ein Ausgangssignal an den Lautsprecherausgängen anliegt und „Active“ zeigt an, dass der Endstufenkanal in Betrieb ist. Während ganz links das Hersteller-Logo von IMG Stageline aufgedruckt ist, finden wir ganz rechts den mit „PC Control“ beschrifteten USB-Anschluss für die Steuerung der Endstufe mit Hilfe eines Computers und den Ein-/Aus-Schalter der Endstufe. Auch wenn die Endstufe sowohl mit als auch ohne Computer eingestellt werden kann, ist der computergestützten Eingabe der Steuerungsdaten in jedem Fall der Vorzug zu geben. Die Bildschirmdarstellung auf dem Computer ist wesentlich eleganter und übersichtlicher, als die Anzeige der Daten auf dem kleinen, zweizeiligen LC-Display.


Rückseitige Anschlüsse
Ganz links und ganz rechts auf der Rückseite beider Endstufenmodelle befinden sich die Luftaustrittsöffnungen der temperaturgesteuerten Ventilatoren. Direkt neben dem linken Ventilator sind übereinander angeordnet die weiblichen XLR-Buchsen für die Eingänge von Kanal A und B sowie die parallelgeschalteten, männlichen XLR-Buchsen für das Durchschleifen des jeweiligen Eingangssignals, zum Beispiel an weitere Endstufen. Ein kleiner als „Ground“ beschrifteter Druckschalter erlaubt das Trennen der Signalmasse von der Gehäusemasse der Endstufe. Dieser Schalter sollte nur dann aktiviert/ausgerastet werden, wenn dadurch ein hörbares Brummen ausgeschaltet werden kann.


Bridge-Buchse
Ist keine Klangveränderung hörbar, ist es sicherer, die Masse nicht zu trennen, das heißt, den Schalter eingerastet zu lassen. In der rechten Hälfte der Rückseite befinden sich die drei schwarzen Speakon-Lautsprecherbuchsen mit den Bezeichnungen „Bridge“, „Ch. A Out“ und „Ch. B Out“. Werden beide Endstufenkanäle im Bridge-Modus zum Betrieb eines einzelnen, sehr starken Lautsprechers verwendet, muss dieser an die „Bridge“-Buchse angeschlossen werden. Werden beide Endstufenkanäle getrennt zum Beispiel zum Betrieb eines Stereo-Lautsprecher-Paars verwendet, werden die beiden Lautsprecher mit den Buchsen „Ch. A Out“ und „Ch. B Out“ verbunden. In den blauen, sehr ähnlich aussehenden Powercon-Anschluss wird das Netzkabel eingesteckt und, wie bei den Lautsprechern, durch eine Drehung verankert. Direkt über den Anschluss für das Netzkabel hat IMG Stageline den Sicherungsautomaten positioniert, der im Falle eines Kurzschlusses auslöst. Ist der Grund für den Kurzschluss beseitigt, braucht dieser Schalter nur wieder hineingedrückt zu werden. Kein lästiges Austauschen von Sicherungen ist notwendig!


DSP-Steuerung ohne Computer
Da beim Einschalten der Endstufen automatisch die zuletzt aktiven Settings wieder geladen werden, sollte man darauf achten, dass die Signalquellen ganz zugedreht sind, da man sonsten unter Umständen mit ohrenbetäubendem Lärm begrüßt wird. Sind die Endstufen eingeschaltet, lässt sich die Lautstärke für beide Kanäle an den beiden Dreh-reglern wunschgemäß einstellen.
Auch fast alle anderen Einstellungen für die Parameter der DSP-Steuerung lassen sich direkt an der Endstufe vornehmen, inklusive der Passwortvergabe zum Schutz der gespeicherten Daten. Eine genaue Übersicht bietet die mehrsprachig abgefasste Bedienungsanleitung, die jeder Endstufe beiliegt und auch digital als PDF-Datei im Internet zum Download bereitsteht.
Im Einzelnen können die Werte für das geladene Preset, den Betriebsmodus der Endstufe, den Frequenzbereich, den parametrischen Equalizer, das Delay, die Phasendrehung, den Kompressor und den Limiter eingegeben und in einem von 30 verfügbaren Speicherplätzen gespeichert werden, wobei der Platz „1 Flat“ mit den Werkseinstellungen belegt ist, die auch nicht überschrieben werden können.


DSP-Steuerung mit Computerunterstützung
Sowohl der STA-1600DSP, als auch der STA-2200DSP liegen neben dem Powercon-Netzkabel auch ein USB-Kabel und eine CD mit der benötigten Software bei. Die Software passt für alle Windows-Installationen ab Windows XP, Service Pack 3 und das USB-Kabel verbindet den Rechner mit der Buchse „PC Control“ auf der Frontseite der Endstufen. Ist die Software installiert, startet man das Programm „IMG Stage Line.exe“, welches sich auf dem Bildschirm mit einem Blockschaltbild der einzelnen Steuerungsbereiche meldet. Im linken, unteren Eck wird mit einem roten „Offline“ oder einem grünen „Online“ der Verbindungsstatus angezeigt. In der Regel verbindet sich das Programm nach dem Start automatisch mit dem Verstärker.
Über den Menüpunkt „Connect“ kann das Verbinden und Trennen auch manuell vorgenommen werden. Ist der Rechner online, lassen sich die Einstellungen nicht mehr direkt an der Endstufe vornehmen. Die Einstellungen lassen sich am Computer von einem Kanal auf den anderen kopieren, was die Bedienung erheblich vereinfacht.


Genaue Anleitung
Auch die Verwaltung der 30 Speicherplätze sowie deren Sicherung sind am Computer wesentlich eleganter und übersichtlicher gelöst. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung befindet sich in der vorbildlich ausgearbeiteten Bedienungsanleitung. Besonders der Bildschirm für die Einstellungen der Frequenzweiche beziehungsweise des parametrischen Equalizers haben uns beeindruckt.


Fazit
Mit den zwei Modellen STA-1600DSP und STA-2200DSP hat IMG Stageline zwei sehr leistungsstarke Endstufen im Programm, die auch technologisch optimal ausgestattet sind. Die integrierte, elegante DSP-Steuerung oder -Programmierung erlaubt eine Bedienung sowohl mit als auch ohne Computerunterstützung und macht zusätzliche, externe Signalprozessoren überflüssig.
Wie bei IMG Stageline üblich, sind die Endstufen sauber verarbeitet und spiegeln beispielsweise in der Verwendung von Sicherungsautomaten die langjährige Erfahrung im Live-Musik-Geschäft wieder. Den hohen Qualitätsstandard unterstreicht der Hersteller mit einer dreijährigen Garantie auf die Endstufen.


Michael Hennig

 

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