Jimmy Page: Seine Instrumente, sein Equipment

20.05.2019 10:50 | Blog

James Patrick „Jimmy“ Page gehört zu den erfolgreichsten und renommiertesten Gitarristen der Rock-Ära. Der Einfluss des sympathischen Briten auf die Welt der Gitarristen ist schwer in Worte zu fassen. Mit den britischen Rock-Urvätern Led Zeppelin schrieb er so einige Jahrhundert-Hits und haute Riffs heraus, die das Rock-Genre revolutionierten und den Heavy-Metal initiierten. Es gibt wenige Gitarristen der alten Schule, die derart viel Equipment verwendet haben wie Jimmy Page. Höchste Eisenbahn also, das Instrumentarium dieser Legende genauer unter die Lupe zu nehmen.
 

Seine Amps

Jimmy Page verwendete zur Anfangszeit von Led Zeppelin gerne kleine Supro-Amps, die er mittels Endstufen-Übersteuerung oder vorgeschalteter Fuzzpedale heftig verzerrte, um seiner Telecaster singende Lead-Sounds und bleischwere Riffs zu entlocken. Während der Aufnahmen zu Led Zeppelin II verwendete Page erstmals einen Marshall 1959SLP – auf dem Song „Heartbreaker“. Dieser Amp sollte von nun an auf jedem Zeppelin-Album und -Konzert zu hören sein. Die Amps für Tourneen ließ sich Page mit größeren Trafos und KT88-Röhren auf sage und schreibe 200 Watt hochrüsten. Sein Ansinnen war hierbei, einen möglichst großen Headroom zu haben, um glasklare Clean-Sounds und immense Lautstärkesprünge für Soli in Reserve zu haben. Auch baute Page nie Fullstacks auf, sondern stellte lieber vier oder sechs 4x12-Boxen von Marshall oder Orange nebeneinander auf die Bühne. Was die Lautsprecher angeht, verließ sich Page auf die klassischen Greenback-Speaker der Siebziger Jahre – aller Wahrscheinlichkeit nach G12M25.
 

1959 Telecaster

Page verwendete einige Telecaster-Gitarren über die Jahre, unter anderem eine 1953er, die später mit einem B-Bender-System ausgestattet wurde. Eine ganze besondere Telecaster erhielt er jedoch im Jahr 1966. Als Jimmy Page den Yardbirds für die Nachfolge Eric Claptons den damals völlig unbekannten Jeff Beck vorschlug, schenkte Beck ihm zum Dank eine Telecaster. Die weiße Gitarre verzierte Page mit kleinen runden Spiegeln und sie wurde sein Haupt-Bühnen und -Studio-Instrument bis sie von der Les Paul abgelöst wurde. Über die Jahre hinweg bemalte Page die Gitarre mit einem knallbunten Drachen-Muster. Das „Starway to Heaven“-Solo ist tatsächlich mit dieser Gitarre, einem Maestro-Fuzz-Pedal und einem Supro-Thunderbolt-Amp eingespielt worden. Die Gitarre ist in beiden Inkarnationen – als Mirror- und als Dragon-Version – aktuell vom Fender Custom Shop erhältlich.

Les Paul #1

Jimmy Pages berühmte Les Paul Sunburst stammt – wie sollte es anders sein – aus dem Jahr 1959. Die Gitarre wurde aufwendig umgebaut und verfügt über goldene Grover Mechaniken, Medium-Jumbo-Bünde und unter dem Schlagbrett versteckte Schalter für Series/Parallel- und Out-Of-Phase-Sounds. Außerdem wurde der Hals großflächig abgeschliffen um ein dünneres Halsprofil zu bekommen. Die Pickups, vor allem der am Steg, wurden über die Jahrzehnte hinweg mehrfach durch Page getauscht. Die Gitarre kaufte Page im Jahr 1969 Joe Walsh für 1200 Dollar ab. Der damals hohe Preis entstand, da Walsh ihm die Gitarre in Persona überbringen musste und Page ihm alle Spesen erstatten wollte. Er hatte exakt so ein Modell gesucht und war Walsh sehr dankbar für den Verkauf. Effektpedale Welche Wah-Pedale und welche Echo-Geräte Page zu welcher Phase verwendete, sind die Basis wildester Spekulationen. Aufgrund der Quellenlage, die sich ja hauptsächlich auf Live-Fotos beschränkt ist dies nicht mehr eindeutig aufzuführen. Sicher ist, dass Page Wah-Pedale von Vox bevorzugte, sowie Hall-Geräte von Echoplex. Bei den Fuzz-Pedalen herrscht mehr Eindeutigkeit und es werden gemeinhin das Maestro FZ-1 Fuzz Tone, sowie die Sol Sund Tone Bender MKII und MKIII angeführt.

In guitar 06/2019 findet ihr alles über Jimmy Pages Spieltechniken und sein Equipment. Ab jetzt im Handel und im PPV-Shop.

 

 

 

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