M-Audio Keystation

16.10.2018 10:38 | Testberichte

Mit der Keystation 61 MK3 stellt der Hersteller M-Audio den ersten Vertreter seiner neuen, mittlerweile dritten Generation von Controller-Keyboards vor. Bereits seit einigen Jahren zählen die Keyboards aus der Keystation-Serie zu den beliebteren Instrumenten in diesem Segment. Und wie bei allen erfolgreichen Dingen musste der Hersteller hier nicht das Rad neu erfinden, sondern sein Produkt lediglich durch kleine, aber sinnvolle Verbesserungen aufwerten.   Outfit Auf den ersten Blick wirkt die Keystation 61MK3 wie ihr Vorgänger: schwarz, schlank und schlicht.

Auf den zweiten Blick wird klar, dass die Neue sogar noch ein wenig abgespeckt hat: schmaler und flacher kommt das Gehäuse daher und ist damit noch flexibler und transportfreundlicher als die früheren Modelle. Möglich wurde dies u.a. dadurch, dass man Steuerkreuz und Transporttasten nicht mehr oberhalb der Tastatur platziert hat, sondern diese in das Bedienfeld links der Tastatur integrieren konnte. Dadurch kann das Gehäuse oberhalb der Tastatur deutlich schlanker gestaltet werden. Auch die Gewichtsersparnis kann sich sehen lassen: Mit nur 4,1 kg bringt die Keystation 61MK3 fast 20 % weniger Gewicht auf die Waage als ihr Vorgänger. Da ist es nur konsequent, dass sich auf der Rückseite neben USB- (to Device), MIDI- und Pedalanschluss auch ein Slot für ein Kensington-Schloss befindet. 

Apropos Mobilität: Die Keystation ist dank ihres niedrigen Stromverbrauchs nur dann auf ein Netzteil angewiesen, wenn Sie nicht an einen Computer angeschlossen wird, sondern etwa externe Soundmodule ansteuert. Wird sie dagegen an einen Computer angeschlossen, genügt die Stromversorgung über den USB-Port. Auch der Betrieb über iPad oder ein anderes iOS-Gerät ist möglich über das separat erhältliche Apple iPad Camera Connection Kit. Da das Gehäuse einen wertigen und robusten Eindruck macht, lässt sich die Keystation nicht nur in Wohnzimmer und Studio, sondern guten Gewissens auch auf der Bühne oder auf Reisen verwenden. Das Bedienfeld beinhaltet neben den Richtungs- und Transporttasten einen Volume-Fader, zwei Octave-Tasten (+/-) sowie eine Advanced-Taste, welche den Zugriff auf zahlreiche der Tastatur zugeordneten Funktionen erlaubt.

Abgerundet wird die Bedieneinheit durch jeweils ein Pitch- und ein Modulation-Rad.   Tastatur Die Keystation 61MK3 verfügt – wie ihr Name bereits vermuten lässt – über 61 anschlagdynamische Tasten in voller Größe. Der Ambitus genügt den Anforderungen des durchschnittlichen Musikeralltags – und wenn nicht, kann man per Direktzugriff oktavieren. Die Tasten sind halbgewichtet – ein guter Kompromiss, mit dem sich die meisten Tastenspieler relativ schnell arrangieren können. Die Tastatur lässt sich angenehm spielen und fällt auch nicht durch allzuviele Nebengeräusche auf. Bedienung Das Bedienfeld bietet Altbewährtes für den Spieler: Die Transport- und Richtungstasten ermöglichen die Steuerung einer DAW ohne Maus direkt über das Keyboard. Haptisch sehr elegant in eine Wölbung integriert sind die Pitch- und Bending-Räder. Leider sind die Mulden im Scheitelpunkt der Wheels zwar mit der Spitze des Zeigefingers gut zu bedienen, nicht aber mit der Seitenfläche des Daumens – dafür sind sie etwas zu klein. Interessant wird es, wenn man über die Funktionstaste „Advanced“ den Edit-Modus aktiviert und nun Zugriff hat auf Transpose-, Control Change-, Program Change- und MIDI-Chanel-Funktionalitäten bzw. -Zuweisungen. Mit im Lieferumfang enthalten sind die Audio Workstations Pro Tools (First M-Audio Edition) und Ableton Live Lite. Nach der Registrierung auf der Seite n-audio.com einfach den Installationsanweisungen folgen, und schon kann man seine eigene Musikproduktion mit amtlicher Software-Unterstützung beginnen. Ebenfalls im Lieferumfang enthalten sind der virtuelle Piano-Sampler Mini Grand, der sieben verschiedene akustische Pianos mit zahlreichen Editiermöglichkeiten bietet, sowie die multitimbrale Workstation Xpand!2.  

Fazit: Die Keystation 61MK3 bietet alles, was man von einem guten Controller-Keyboard erwarten darf. Richtig Punkten kann es aber durch die Kombination aus größtmöglicher Mobilität (schlank, leicht und unabhängig von einer Steckdose) bei voller Tastatur und guter Verarbeitung. Sie ist somit ein äußerst flexibles wie empfehlenswertes Instrument. Wer noch flexibler sein möchte, sollte sich demnächst einmal die kleineren Geschwister Keystation 49 MK3 (49 tasten) und Mini 32 MK3 (32 Tasten) ansehen.

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