Music Man Sabre - Willkommen im 21. Jahrhundert

08.06.2020 14:47

Man mag es kaum glauben, aber es gab eine Zeit, in der es Leo Fender untersagt war, offiziell Musikinstrumente herzustellen und zu vertreiben. Als er seine Firma Fender 1965 an den US-amerikanschen Medienkonzern CBS Corporation verkauft, bekommt er eine Vertragsklausel auferlegt, die ihn für zehn Jahre vom Musikhandel ausschließt. Quasi als „Hintermann“ gründet er daraufhin die Firma Musitek Inc., ehe er sie 1974 in den heute geläufigen Namen Music Man umtauft und sich zunächst an Verstärkern probiert. Als die Sperrklausel 1975 abläuft, geht Leo Fender mit seinem Team in die Vollen und präsentiert den bis heute angesagten Sting Ray Bass, mit seiner charakteristischen 3-plus- 1-Aufteilung an der Kopfplatte. Kleiner Fun-Fact am Rande, es gibt tatsächlich sogar eine E-Gitarren-Ausführung des Stingray – aber schön (und erfolgreich) ist was anderes.



Geschichtsstunde
Motiviert vom Erfolg des Stingrays macht sich Leo Fender 1978 daran, die Sabre-Reihe aus der Taufe zu heben. Dabei lässt er seiner Experimentierlust freien Lauf. Zwar orientiert sich Fender an seinem Kassenschlager aus den Fünfzigern, elektronisch geht er aber aufs Ganze. Neben einem modernen Pre-Amp mit Bass- und Höhenregler, gibt es zudem auch eine Out-Of-Phase-Schaltung sowie einen Höhenbooster, was einen mächtig viele Klangfacetten aus den zwei Humbuckern herausholen lässt. Um zusätzlich ein möglichst breites Kunden- feld abzudecken, kommt die Sabre in zwei verschiedenen Ausführungen. Die Sabre I besitzt einen Griffbrett-Radius von 12“ und ist mit Jumbo-Bünden eher moderner ausgestattet, während die Sabre II mit 7,25“ und Vintage-Frets eher Fans der alten Schule anspricht. 1980 ist die Erfolgsgeschichte der Music Man Sabre auch schon wieder vorbei, da Leo Fender Music Man verlässt und gemeinsam mit seinem Kollegen George Fullerton die Firma G&L gründet. Aber das ist eine andere Geschichte.


Neuer Klassiker
Mit der Ernie Ball Music Man Sabre steht nun zum vierzigjährigen Jubiläum eine Neuauflage der Sabre-Reihe an. Dabei orientiert sich die Sabre im 21. Jahrhundert mehr als lose Interpretation des Originals, denn als detailgetreue Kopie. Der einteilige Korpus der Sabre ist aus Okoume gefertigt. Auf den Korpus ist eine Premium-Ahorndecke geleimt, die einen halben Zoll misst und mit ihrer geflammten Maserung und dem nur klar lackierten natürlichen Binding ein echter Hingucker ist. Der flache Korpus wird zudem durch ein unaufdringliches Body-Shaping ergänzt, dass den Korpus beim Spielen angenehm an die Brust schmiegt und sowohl im Stehen als auch im Sitzen ein Maximum an Spielkomfort bietet.

Da passt der Lack
Als Korpus-Finish kommt ein Hochglanz-Polyester-Finish zum Einsatz, welches der Sabre eine belastbare Oberfläche verleiht und sich wirklich gut anfühlt. Im Gegensatz zum beliebten, meist bewusst hauchdünn aufgetragenen Nitrolack, muss man hier auch keine Angst haben, dass es schon eine unschöne Schramme gibt, wenn man die Sabre nur einmal schief anschaut. Mit Sicherheit wird die Sabre auch irgendwann ihre eigene, individuelle Patina haben, aber die muss dann wohl etwas härter erarbeitet werden. Bei den Farben hat man die Qual der Wahl zwischen illustren Namen wie Honey Suckle, Bougie Burst, Deep Blue Burst oder Cobra Burst. Dem vorliegende Testgerät wurde eine Honey-Suckle-Lackierung spendiert.

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Text: Oliver Strosetzki
Bild: Nicole Marek

 

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