Pro Arte: Ein Blick auf 35 Jahre Firmengeschichte

09.08.2018 11:20 | Schlagzeug, Allgemein, Blog, Gitarre


Was waren die größten Meilensteine in der Pro-Arte-Firmengeschichte?
Dietmar Winkler: Die Entscheidung Ende der 90er Jahre meinen parallelen Job als Gitarrenlehrer aufzugeben und mich voll auf die Firma zu konzentrieren. Das war finanziell zwar ein Seiltanz, den ich ohne die Unterstützung meiner Frau auch nicht hätte meistern können, im Nachhinein betrachtet aber auch die Basis des darauf folgenden Erfolges. Bei der Gründung der Firma im Jahr 1983 hatte ich noch einen Geschäftspartner. Wie so oft bei gleichwertigen Partnerschaften gab es dann unterschiedliche Auffassungen, wie es denn mit der Firma weitergehen sollte. Somit war die Trennung im Jahr 2005 zum Einen unumgänglich, zum Anderen konnte ich die Firma nochmals deutlich voranbringen. Der wichtigste Einschnitt jedoch ist wohl der Eintritt meines Sohnes in die Firma im Jahr 2013. Er hat wie ich Musik studiert, und ich hatte nie und nimmer damit gerechnet, dass er einmal Interesse anmelden könnte in die Firma einzusteigen, zumal er ein hervorragender Musiker ist. Somit kann meine Arbeit der letzten 35 Jahre auch in Zukunft fortgeführt werden.

Welche Zeiten waren die Besten und welche die Schwierigsten?
Dietmar Winkler: Die Anfangsjahre waren wohl beides; zum Einen war es für mich sehr spannend zu sehen, wie wir jedes Jahr erfolgreicher wurden, zum Anderen war ich gerade mal Anfang 20 und es war ein sehr steiniger Weg überhaupt von den Lieferanten und den Kunden als Geschäftspartner akzeptiert zu werden. Es gab viele Vorbehalte: Wird es euch überhaupt noch in ein paar Jahren geben, und was mache ich dann mit eventuellen Reklamationen? Das musste ich mir bei den Besuchen in den Geschäften am Anfang des Öfteren anhören. Die schwierigste Zeit war definitiv dann die Trennung von meinem Geschäftspartner 2005. Da wir inzwischen eine GmbH hatten, und er versuchte diese aufzulösen, während ich wie ein Löwe für den Erhalt kämpfte, hatte ich fast ein Jahr keine ruhige Nacht mehr. Hätten mich nicht in dieser Zeit meine Mitarbeiter, meine Lieferanten und meine Familie zu 100 Prozent unterstützt, hätte das in diesem Jahr zu feiernde Jubiläum gar nicht stattgefunden. Die besten Zeiten waren dann die Jahre nach der Trennung; Ich spürte von allen Seiten Vertrauen, Unterstützung und Zustimmung zu der veränderten Geschäftspolitik. Das war emotional eine sehr wichtige Erfahrung in meinem Leben.


Das Vater-Sohn-Gespann von Pro Arte: Antonio und Dietmar Winkler (r.)


In 35 Jahren sind Sie der Region um Würzburg stets treu geblieben und haben erst vor kurzem in ein neues Gebäude investiert. Wie wichtig ist für Sie und Pro Arte diese regionale Verbundenheit?
Dietmar Winkler: Ich habe das große Glück, dass die meisten meiner Mitarbeiter bis zu 30 Jahren für mich arbeiten und bis auf wenige Ausnahmen auch in der Region leben. Wir sind ein eingespieltes Team, das ich nicht missen möchte, somit stellte sich für mich nie die Frage eines Wegzuges.

Welches persönliches Erlebnis fällt Ihnen als erstes ein, wenn Sie an die letzten 35 Jahre in der Branche zurück denken?
Dietmar Winkler: Ganz spontan fällt mir mein erster Besuch auf der Musikmesse in Frankfurt ca. zwei Jahre vor der Gründung von Pro Arte ein. Ich steckte gerade in einer persönliche Krise und wollte mich ablenken. Also kaufte ich mir einen Gewerbeschein auf der Gemeinde für damals 10 Mark, informierte meine Studienkollegen des Konservatoriums, dass ich jetzt Instrumente für sie und ihre Schüler besorgen könnte, und ging mit einer riesigen Wunschliste zur Messe. Das ging dann sowas von schief; mit Ausnahme eines Gitarrengroßhändlers bin ich bei allen dermaßen abgeblitzt, dass mein Selbstvertrauen erst einmal ganz tief im Keller war. Gott sei Dank habe ich aber nicht aufgegeben, ich verkaufte die auf der Messe bestellten zwölf Gitarren, aus dem Erlös kaufte ich dann 15 Instrumente und so weiter. Jetzt sind es im Schnitt ca. 6000 Instrumente die wir lagernd haben.

Das vollständige Interview lesen Sie in der Ausgabe 08/18 von das musikinstrument. Weitere Themen sind der neue Eigenvertrieb der Firma D'Addario, die Eröffnung des neuen Adam Hall Experience Centers und der erste Musikwirtschaftsgipfel in Berlin.
 

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