Abklatsch oder Neuauflage …

25.07.2019 09:28 | Testberichte

Die Erwartungshaltung ist natürlich groß, nein riesig, wenn man eine neue Rogers Dyna-Sonic-Snare in Händen hält. Immerhin zählen die alten Dyna-Sonics zu den wohl bekanntesten und beliebtesten Snares die je produziert wurden.

 

Never Change a Running System
Die Konstruktion der aktuellen Dyna-Sonic-Custom-Lacquer-Snares ist heute die gleiche wie damals, als die Dyna-Sonics weltweit einen exzellenten Ruf genossen: Ein fünflagiger Ahorn-Kessel mit Reinforcement-Hoops, das Rogers Choke-Free-Snare-Rail-System, zehn Beavertail-Lugs, einen Clockface-Strainer mit passendem Butt-End sowie dem obligatorischen Internal-Tone-Control. Selbstverständlich darf da das ´60 Rogers Scriptlogo nicht fehlen, ebenso wenig das Oval-Dyna-Sonic-Badge. Die Verarbeitung ist perfekt. Das Innere der Trommel ist absolut sauber geschliffen und im Fruitwood-Finish gewachst. Die 45 Grad steile Gratung des knapp zehn Millimeter dicken Kessels ist absolut sauber geschnitten und feingeschliffen, so dass man jede einzelne Holzlage bestens sehen kann. Nicht oft bekommt man ein Instrument dieser Güte in die Hände.

Sparkle oder Piano-Lack?
Das Gold-Sparkle- und Piano-Black-Lackfinish unserer beiden Testinstrumente lassen ebenfalls keine Wünsche offen. Das Gold-Sparkle-Finish strahlt, als möchte es der Sonne Konkurrenz machen, und am Piano-Black-Modell ist ein Spiegel verloren gegangen.
Das Tuning geht mehr als locker von der Hand und Rogers legt den Snares sogar eine exakte Stimmanleitung bei, mit der sich sofort enorm gute Ergebnisse erzielen lassen, sodass die Snare innerhalb von fünf Minuten hervorragend klingt.
Das Besondere an den Dyna-Sonic-Snares ist das Choke-Free-Rail-Snare-Rail-System. Der Snare-Teppich ist fest mit diesem Rahmen verbunden. Das hat zur Folge, dass der Teppich immer einen vollflächigen Kontakt zum Reso-Fell hat. Durch dieses Snaresystem benötigen die Dynasonic-Snares auch kein Snare-Bed. 

Große Dynamic-Range
Bedingt durch dieses Snare-System spricht die Dyna-Sonic-Snare ultraempfindlich an. Selbst die leisesten Schläge werden so noch angenommen und mit einem vollen und warmen Sound quittiert.
Die Snareansprache ist bestens und zeigt sich von der Mitte der Trommel bis an deren Rand in fast gleicher Intensität.

Die 14 x 6,5 Zoll große Dyna-Sonic im Gold- Sparkle-Finish gibt in hoher Stimmlage einen offenen, perkussiven und „holzigen“ Sound von sich. Ein direkter Attack, gepaart mit viel Volumen und Ton, geht dem kurzen und wohlklingenden Sustain voran. Der kleinere Kollege mit 5 Zoll Tiefe knackt noch etwas feiner und animiert sofort zu kernigen Reggae-Beats. Diese machen noch mehr Spaß, wenn man Rim-Clicks und Rim-Shots hinzufügt. Denn diese setzt die 14 x 5 Zoll Dyna-Snare mit unglaublicher Wucht und Intensität um. Im mittleren Stimmbereich ergibt sich fast dasselbe Bild – nur wird dort der Sound mit wesentlich mehr Bauch und Klangwärme umgesetzt. Das Plus von 1,5 Zoll Tiefe bei der Gold-Sparkle verhelfen der Snare zu regelrechten „Rock- und Beat-Eimer-Qualitäten“ vor allem dann, wenn man die Snare richtig tief stimmt. Das ergibt einen druckvollen und warmen Attack mit enormem Bassanteil und einem komprimierten Sustain – Spencer Davis Group lassen grüßen!

 

Die Dyna-Sonic-Snares, wie sie heute gefertigt werden, haben nichts von ihrem legendären Status eingebüßt. Die Optik und der Sound sprechen hier Bände. Was die Verarbeitung angeht, wie schon erwähnt, ist diese Makellos – mehr geht fast nicht!
Die aufgerufenen Preise von 990 Euro für die fünf Zoll tiefe Snare und 1100 Euro für die 6,5 Zoll tiefe Snare sind gerechtfertigt denn man bekommt dafür nicht nur ein erstklassiges Instrument, sondern auch ein Stück Musik-Geschichte.

Peter Sausenthaler

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