Soundcheck richtig gemacht

10.03.2017 13:28 | News, Veranstaltungstechnik

Um einen Soundcheck möglichst effektiv und zeitsparend über die Bühne zu bringen, sollte man sich an ein paar Regeln halten. Hat man diese verinnerlicht, dürfte er künftig zum Kinderspiel werden.

 

1. Die erste Entscheidung, auf die es ankommt, ist, wie die Lautsprecher im Raum stehen und ausgerichtet werden. Immer geht es darum, möglichst viel vom Direktschall des Lautsprechers zu Gehör zu bringen und eben möglichst wenig Reflexionsschall.  Die PA-Lautsprecher werden daher hoch platziert und nach unten und innen geneigt. Möglichst wenig soll in das Dach oder auf die Rückwand des Saals schallen. Die Bühne soll so leise wie möglich bleiben, denn was aus Backline und Monitoren über reflektierende Flächen letztlich beim Publikum ankommt, klingt immer schlechter als das, was man für die PA zurechtmischt

 

2. Eine besondere Schwierigkeit besteht darin, abzuschätzen, mit welchem maximalen Pegel ein Instrument oder eine Stimme im Konzert erklingen werden. Von Vocalisten ist kaum zu erwarten, dass sie uneingesungen einmal „Fortissimo“ anbieten. Außerdem schaukelt sich die Lautstärke dann doch hoch, obwohl man diesen Effekt möglichst gering zu halten versucht. Es bedarf einiger Erfahrung, den Headroom richtig einzuschätzen, wenn beim Soundcheck um „forte“ gebeten wird. Zum Einpegeln braucht man aber nur dies, denn das Einpegeln ist noch nicht die Einstellung des Sounds, sondern nur des Gain-Reglers.

 

3. Die Equalizer sind dann richtig eingestellt, wenn das System „Mikrofon-Beschallungsanlage-Raum“ keine Frequenzbereiche bevorzugt oder benachteiligt, sondern gleichmäßig überträgt. Nur wenn dieses Ziel erreicht ist, ist der Klang gut, die Textverständlichkeit gut, der Sound natürlich, ausgewogen, knackig und trocken, die Rückkopplungsgrenze maximal hoch, und nur dann gelingt ein lauter Monitor.

 

4. Musiker/innen auf der Bühne haben beim Soundcheck eine Aufgabe. Sie müssen dem Ton mitteilen, wer noch leiser darf. Sie sollen auch sagen, was bei ihnen noch lauter muss, aber vor allem, was noch leiser darf. Jeder ist gefragt, jeder muss jeden hören, jeder muss seine Hörsituation präzise mitteilen. Dazu schadet es nicht, wenn man sich in Dezibel ausdrücken kann, anstatt sprachliche Rätsel mit „einen Tick“, „ein bisschen“ oder „ich höre gar nichts“ aufzugeben. Wir alle wissen, wie sich 3 dB oder 6 dB anfühlen, also können wir es auch sagen. Verschätzen wir uns, muss es eben weitere Ansagen geben.

 

5. Beim Soundcheck ein absolutes No-Go: Herumdaddeln auf der Bühne, seelenruhiges Gitarren-Amp-Programmieren mit Herumprobieren.

 

Klingt soweit logisch alles. Doch kann es nicht schaden, sich diese Punkte noch einmal vor Augen zu führen. So lassen sich Konflikte vermeiden und Nerven von FoHs und Bandpersonal schonen. Mehr zu diesem Thema könnt ihr in der SOUNDCHECK-Ausgabe 03/16 nachlesen, die ihr hier bestellen könnt.

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