Stimme aus dem Jenseits

18.03.2020 13:59

Sean Dowdell und die Band Grey Daze sind wahrscheinlich nur wenigen ein Begriff. Fans des Linkin-Park-Sängers Chester Bennington wissen aber vielleicht, dass er mit dieser Gruppe in den Neunzigern zwei Studioalben aufgenommen hat. Mit "Amends" veröffentlichen seine alten Weggefährten nun einen Nachruf der besonderen Art.

Es hätte eines der besten Jahre in Sean Dowdells Leben werden sollen: Anfang 2017 verkündete die alte Band des Drummers „Grey Daze“ ihre Reunion und plante noch für dasselbe Jahr eine Albumproduktion mit anschließender Tour. Die Stimmung war optimistisch und die Zeichen für das Herzensprojekt standen günstig. Doch dann, nur kurz vor Beginn der Albumproduktion des ersten gemeinsamen Projektes seit fast 20 Jahren, erreichte ihn die Hiobs­botschaft: Chester Bennington ist tot. Am 20.07.17 nahm sich der an Depressionen leidende Sänger das Leben. Dies hätte eigentlich das Aus für das geplante Grey-Daze-Album mit dem früheren Frontmann bedeuten müssen. Doch auf dem jetzt erscheinenden Album „Amends“ steht Chester nicht nur thematisch, sondern auch als klingende Stimme im Mittelpunkt des Geschehens. Wie dieses Kunststück gelingen konnte und was Sean mit der Veröffentlichung dieses musikalischen Nachrufs vermitteln will, hat er uns im interview erzählt.

DH: Hi Sean!
Hallo Florian, wie gehts?

DH: Gut, danke. Ich bin gespannt, was du zu erzählen hast. Für viele unserer Leser bist du vermutlich noch ein unbeschriebe­nes Blatt. Fangen wir also damit an: Was kannst du uns über dich erzählen?
Ich bin der Drummer der Band Grey Daze und war zusammen mit Chester Bennington auch eines ihrer Gründungsmitgliedern. Wir haben 1992 angefangen, zusammen zu spielen. In den Neunzigerjahren haben wir drei CDs zusammen aufgenommen, darunter zwei vollständige Studioalben. Im Oktober 2016 haben wir uns entschlossen, die Band wieder zu vereinigen. Mit diesem Gedanken hatten Chester und ich bis dahin schon viele Jahre gespielt, weil uns beiden die Band immer viel bedeutet hatte.

DH: Wann hast du angefangen, Schlagzeug zu spielen?
Mit dem Schlagzeugspielen habe ich im Alter von 17 Jahren angefangen und nie mehr damit aufgehört. Drumming ist für mich eine große Leidenschaft. Auch meine beiden Kinder spielen inzwischen Schlagzeug. Meine eigenen Einflüsse liegen vor allem bei Bands wie Alice In Chains, Pearl Jam und Depeche Mode.

DH: Betrachtest du dich als Profidrummer?
Allerdings. Ich bin seit weit über 20 Jahren professionell damit tätig. In dieser Zeit habe ich bei vielen Projekten mitgewirkt, habe außerdem für viele Künstler Musik geschrieben und produziert, teilweise auch in meinem eigenen Tonstudio. Musik ist aber auch ein wichtiger Teil meiner Persönlichkeit und das schon seit mindestens meinem fünfzehnten oder sechzehnten Lebensjahr.

DH: Machst du Musik in Vollzeit oder hast du daneben noch andere Jobs?
Eigentlich habe ich eine ganze Reihe von Jobs. Hauptberuflich bin ich Unternehmer. Ich besitze eine Firma namens „Club Tattoo“, die ich früher zusammen mit Chester geleitet habe. „Club Tattoo“ betreibt insgesamt sieben Luxus-Tattoo- und Piercingstudios in Las Vegas und an Standorten in Arizona und beschäftigt ungefähr 130 Mitarbeiter. Außerdem habe ich ein Buch veröffentlicht, bin also auch Autor und halte Lesungen rund um die Welt. Nebenbei arbeite ich auch als Immobilienmakler. Die Musik hatte für mich immer vielmehr den Status einer Lieblingsbeschäftigung als einer Erwerbsarbeit.

DH: Als die Idee für Grey Daze geboren wurde, waren daran meines Wissens zuerst nur du und ein weiteres Bandmitglied beteiligt, richtig?
Ja, das waren ursprünglich Jonathan (Krause; Anm. d. Red.) und ich. Aber bei der Bandgründung war Chester auch schon mit von der Partie...


Wie die Geschichte von Grey Daze sich weiterentwickelte, erfahrt ihr im vollständigen Interview, das ihr in der aktuellen Ausgabe von DrumHeads!! (3/2020) lesen könnt. Diese könnt ihr ab dem 01.04. hier im PPVMEDIEN-Onlineshop bestellen.

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