Mythen zur V-1

11.07.2019 13:33

Das kleine, unbemannte Flugzeug war mit einem sehr einfachen und billigen Triebwerk ausgerüstet. Dieses hatte die Bezeichnung Argus 014. Es hatte keine beweglichen Teile. Am vorderen Ende eines langen Rohres strömte Luft ein, wurde mit Benzin vermischt und gezündet. Die Druckwelle verbog kleine Metallplättchen am Lufteinlass so, dass die vielen kleinen Öffnungen geschlossen wurden und die heißen Gase nur nach hinten austreten konnten. In vielen Fachbüchern ist zu lesen, es handele sich um ein Staustrahl-Triebwerk. Diese können nur arbeiten, wenn von vorn, die durch hohe Fluggeschwindigkeit erzeugte Stauluft eingepresst wird. Das Argus 014 kann aber auch im Stand (also ohne Stauluft) arbeiten.


Diese Kontroverse führte dazu, dass vor einigen Jahren in Berlin ein Argus 014 genau nachgebaut und erprobt wurde. Damit konnten offene Fragen, auch zu den Betriebswerten geklärt werden. Ein kostenloses Video zeigt das Triebwerk in Arbeit und gibt auch den unverwechselbaren Klang wieder.


Als die ersten V-1 gegen England verschossen wurden, setzten die Briten ihrerseits auch eine Geheimwaffe zur Abwehr ein: den ersten britischen Düsenjäger Gloster Meteor. Dadurch soll der Plage der Bombardierung Londons mit den Flugbomben Einhalt geboten worden sein. In der FliegerRevueX Nummer 78 wird der Einsatz der Meteor gegen die V-1 durch einen britischen Autor genau dargestellt. Er räumt mit dem Düsenjäger-Mythos auf.  Zwar jagten die Meteor tatsächlich hinter den Flugbomben her, schossen aber insgesamt nur ganze zwölf Stück ab. Die überwiegende Mehrzahl der V-1 wurde von Propellerflugzeugen oder von Flak-Geschützen vom Himmel geholt.

Natürlich gibt es in der FliegerRevueX 78 noch andere spannende Stories zur Luftfahrtgeschichte.

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