Videoprojektion: Der richtige Projektor für mich

10.02.2017 11:56 | Veranstaltungstechnik



Um den richtigen Projektor auszuwählen muss man sich zuerst folgende Fragen stellen:
 

  • Wo wende ich den Projektor an? Bei Tageslicht oder in einem abgedunkelten Raum? Gibt es noch weitere Lichtquellen, welche die Projektion beeinflussen (beispielsweise Bühnenlicht)?
     
  • Wie groß ist meine Projektionsfläche und in welcher Auflösung möchte ich projizieren (HD oder 4K, oder reicht weniger)?
     
  • Wie wichtig sind mir Kontrast und Farbwiedergabe bei meinen Inhalten?
     

Wenn man zu allen Fragen eine Antwort geben kann, dann ist die Auswahl nicht mehr allzu schwer. Man kann anhand der technischen Daten den passenden Projektor aussuchen. Im folgenden erklären wir, wie die Daten der Projektoren zu deuten sind.

Lichtstärke: ANSI-Lumen

Die Lichtstärke eines Projektors wird in ANSI-Lumen gemessen. Bei Projektionen in einem abgedunkelten Raum, rechnet man mit 250 bis 400 ANSI-Lumen pro Quadratmeter Projektionsfläche. Eine kleine Präsentation auf etwa drei Quadratmetern Leinwand, in einem dunklen Raum, kann also auch ein Projektor mit 1.200 ANSI-Lumen schon ordentlich darstellen.

Bei Tageslicht sollte man also mit mehr als 400 ANSI-Lumen pro Quadratmeter rechnen. Je heller das projizierte Bild erscheinen soll, desto mehr Leistung ist nötig. Das gilt auch dann, wenn andere Lichtquellen die Projektion beeinflussen.

So ist es nicht verwunderlich, dass bei großen, professionellen Veranstaltungen mit großen Projektionsflächen und viel "störender" Lichttechnik, inzwischen Projektoren mit 30.000 und mehr ANSI-Lumen verwendet werden.

Kontrast

Neben der Leuchtstärke ist auch der Kontrast ein wichtiger Faktor. Je höher der Kontrast zwischen Schwarz und Weiß, desto höher ist die wahrgenommene Helligkeit des Bildes. Der Kontrast wird als Verhältnis zwischen dem hellsten und dunkelsten darstellbaren Wert angegeben. Beispielsweise 1.000:1. Das ist bereits ein sehr guter Wert.

Auflösung

Je größer die Projektion, desto höher sollte die Auflösung sein, um ein scharfes Bild zu erhalten. Bei einer Auflösung von 800 x 600 Pixeln (Horizontal x Vertikal) wird das Bild bei einer großen Projektionsfläche sehr schnell pixelig. Full-HD-Auflösung mit 1.920 x 1.080 Pixeln ist in diesem Fall deutlich besser geeignet. Im Kino ist die 4K-Auflösung mit 4.096 x 2.160 Pixeln Standard.

Mit einberechnen sollte man auch den Abstand des Zuschauers zur Projketion. Je größer der Abstand, desto eher relativiert sich der negative Effekt geringer Auflösungen - Das kennt man ja auch vom heimischen TV-Gerät.

Projektionstechnik und Farbwiedergabe

Bei DLP-Projektoren (Digital Light Processing) wird das Bild durch eine Digital Micromirror Device (DMD) erzeugt, eine Integrierte Schaltung, auf der sich für jeden einzelnen Bildpunkt ein winziger, durch einen elektrischen Impuls kippbarer Spiegel befindet. Die Bilder werden durch gezieltes Ansteuern der Kippspiegel erstellt. Das Licht wird dabei in Richtung der Projektionsoptik geleitet oder eben nicht. Dabei gibt es jedoch nur die Zustände An oder Aus. Um Helligkeitsabstufungen zu erreichen, pulsieren die Spiegel mit einer Geschwindigkeit von bis zu 5000-mal pro Sekunde. Das Licht für die Projektion wird entweder durch UHP-Lampen oder LEDs erzeugt.


Farbrad eines DLP-Projektors

Die Farben werden meist durch ein schnell rotierendes Farbrad erzeugt, wobei mit einem DMD nacheinander alle drei Grundfarben projiziert werden können. Für eine bessere Farbdarstellung werden bei professionellen DLP-Projektoren drei separate DMDs verwendet. Diese Geräte werden als 3-Chip-DLP-Projektoren bezeichnet.

UHP-DLP-Projektoren

Für die Lichterzeugung werden bei UHP-DLP-Projektoren eine oder mehrere Ultra-High-Performance-Lampen (UHP) eingesetzt, auch Gasentladungslampen genannt. Dabei handelt es sich meist um eine Röhre, in der ein Gas unter sehr hohem Druck gespeichert ist. Durch das Anlegen von Spannung kommt es zu einer Gasentladung, die ein sehr starkes Licht erzeugt. Heute werden als Gasfüllung hauptsächlich Quecksilber (Hg) oder Xenon (Xe) verwendet.

Da Quecksilber hoch giftig und umweltschädlich ist, wurde im Oktober 2013 im Rahmen des UN-Umweltprogramms die weltweite Minderung von Quecksilberemissionen beschlossen. Für Quecksilber-Projektor-Lampen gilt zur Zeit eine Ausnahmeregelung, die den Gebrauch erlaubt.

UHP-Lampen brennen mit der Zeit aus und müssen gewechselt werden. Dabei entstehen zusätzliche laufende Kosten. Dafür ist die UHP-Technik bei der Lichtleistung bisher ungeschlagen.

Vorteile
+ Sehr hohe Lichtstärken möglich
+ Kein Nachleuchten bzw. Nachziehen des Bildes
+ Langlebig und wenig staubempfindlich

Nachteile
- Lampenwechsel nach 4.000 bis 8.000 Betriebsstunden (oder früher)
- Höhere Geräuschentwicklung durch Kühlung
- Xenon-Lampen sehr empfindlich
- Quecksilber-Lampen giftig und umweltschädlich

LCD-/LED-Projektoren

LCD (Flüssigkristallprojektoren) und LED-Projektoren (Light Emitting Diode) funktionieren wie Diaprojektoren. Transparente Aktivmatrix-Flüssigkristallanzeigen ersetzen dabei das Dia. Moderne Geräte nutzen pro Grundfarbe (RGB) eine LCD-Matrix. Diverse Spiegel fügen die Farben dann zu einem Bild zusammen. Nachteil dieser Technik ist ein nicht besonders stark dargestellter Grün-Wert.

Vorteile
+ Günstiger Preis
+ Leiser (weniger Kühlung)
+ kein Lampenwechsel
+ Kompakte Bauweisen möglich

Nachteile
- Weniger lichtstark als DLP-UHP
- Feste Auflösung
- Lichtleistung im Grün-Bereich (reine LEDs)

Laser-Phosphor-Projektoren

Beim neuesten Trend, den Laser-Phosphor-Projektoren, wird ein blauer Laserstrahl erzeugt, der auf ein mit Phosphor beschichtetes Rad trifft. Das Phosphor-Rad generiert aus dem blauen Strahl einen gelben, der wiederum durch ein Farbrad geleitet, rotes und grünes Licht ergibt. Wird blaues Licht benötigt, dringt der Laserstrahl ungehindert durch spezielle Öffnungen der Phosphor- und Farbräder.

Da bei dieser Technik die Rot-Töne nicht so kräftig ausfallen, wie die anderen Farben, wird inzwischen auch ein anderer Ansatz verfolgt: Hybrid-Systeme, bei denen eine oder mehrere LED-Lichtquellen die Produktion von rotem Licht unterstützen. Großer Vorteil der Technik ist der sehr gute Kontrast.

Vorteile
+ hohe Bildqualität und Farbtreue
+ hoher Kontrast
+ kein Lampenwechsel

Nachteile
- Weniger lichtstark als DLP-UHP
- Hoher Preis


Videomapping auf dem Berliner Dom

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