AAS Ultra Analog VA-3 im Test

07.01.2020 15:53

Der virtuell-analoge Synthesizer des amerikanischen Spezialisten für Physical Modeling konnte schon 2006 mit knackigem, direktem Klang überzeugen. Welche neuen Features bringt die dritte Generation mit sich?


Foto: Applied Acoustic Systems

Die neue Grafik des Startfensters, die sogenannte Home View, ähnelt einem Moog. Doch der Ultra Analog VA-3 will mit eigenem Klang und in der Version 3 abermals erweiterten Features überzeugen. AAS verwendet Physical Modeling, um die verschiedenen Bauteile physikalischer Synthesizer zu simulieren. Beim VA-3 beschreiben mathematische Gleichungen, wie analoge Schaltkreise den Klang in Echtzeit generieren. So entlockt man dem Instrument genau genommen mit jedem Tastenanschlag einen individuellen Ton.

Erste Schritte

Im Vordergrund steht beim Ultra Analog VA-3 zunächst ein vereinfachter Zugang, der auch Einsteiger mitnimmt. Der Weg zum fetten und kraftvollen Analogklang ist kurz: Über die Home View mit steuerbaren Makroparametern stellen sich Erfolgserlebnisse früh ein. Neben Pitch-Bender und Modulationsrad werden drei weitere Regler (Envelope, Timbre, Effect) per Lerndialog frei adressiert. Mit Envelope erzeugt man etwa E-Drums mit markantem Anschlag oder sanft aufsteigende Flächen. Mittels Timbre steuert man beispielsweise Resonanzen oder das Obertonspektrum.

Neuer Browser

Mit mehr als 1200 Presets verdoppelt AAS das Angebot an Klängen. Viele stammen von namhaften Sounddesignern. Presets werden beim Ultra Analog VA-3 über einen gut strukturierten Browser sortiert, wahlweise nach Soundpacks, Klangdesignern oder Kategorien wie Strings, Arpeggio, Sequence, Noises und Textures. Die rund 650 Klänge der Vorgängerversion wurden veredelt. Eigene historische Klänge können auf einfache Weise konvertiert werden.

Dual-Engine mit erstklassigen Filtern

Per doppelter Engine können zwei Klänge gleichzeitig als Splits oder Layer gespielt werden, auch über getrennte MIDI-Kanäle. So lassen sich ultrafette Leads, vielschichtige, schwebende Streicher, Flächenklänge und Texturen erzeugen. Seinen beeindruckenden Klang, der auch guter analoger Hardware in nichts nachsteht, verdankt der Ultra Analog V3 nicht zuletzt hervorragenden Filtern, jetzt auch mit klassischem Ladder-Filter à la Moog.

Unterm Strich klingen alle Filter nach Hardware, bereichern die Klangpalette durch starke Charakteristika und klingen auch bei extremen Modulationen immer noch organisch. Bei hohen Resonanzen mit Selbstoszillation sind sie zwar scharf und schrill, wirken aber nie technisch oder gar kalt.

Blick hinter die Kulissen

Unter der Oberfläche mit den Makros schlummert ein kleines, aber feines Klanglabor, das man nicht links liegen lassen sollte. Mittels Editor steigt man tiefer ein. Zwei stimmbare Oszillatoren mit klassischen analogen Wellenformen, variabler Pulsbreite  und Suboszillator werden gemischt und zum Multimode-Filter mit sieben alternativen Charakteristika samt Vorverstärker und eigener ADSR-Hüllkurve geschickt.

Ein komplexer, wahlweise temposynchroner LFO mit angesagter Glitch-Option kann mehrere Ziele parallel steuern, darunter Tonhöhe, Lautstärke und Filter-Parameter. Rhythmische und sequenzielle Klänge erzeugt man auch mit einem einfachen, aber wirkungsvollen Arpeggiator sowie mit der loopfähigen Hüllkurve für die globale Lautstärke. Diese kann einmal durchfahren oder auch in diversen Loop-Modi betrieben werden.

Den vollständigen Testbericht lesen Sie in KEYS 02/2020 – die Ausgabe können Sie gleich hier im Shop bestellen!


Text: Andreas Ecker

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