Bühnen-Keyboards: Alle Typen auf einen Blick

10.08.2017 08:00 | Klavier und Keyboard, Blog

Welches Tasteninstrument ist für Ihre Live-Auftritte die beste Wahl: Synthesizer-Workstation, Arranger-Keyboard oder Stagepiano? Lohnt sich ein zusätzlicher Solo-Synthesizer? Oder ein Controller-Keyboard mit Software-Klangerzeugern für maximale Flexibilität? Hier sind Antworten.

 

Synthesizer-Workstation

Eine Synthesizer-Workstation ist nicht nur im Pop- und Rockbereich das Standardwerkzeug des Bühnen-Keyboarders. Eine hochwertige, umfassende, auch an aktuellen Trends orientierte Ausstattung, unterschiedliche Tastaturvarianten, vielseitige und hochwertige Effekte sowie eingebaute Sequencer sind hier die gefragten Ausstattungsmerkmale. All diese Flut an Klängen und Funktionen muss aber durch ein durchdachtes Bedienkonzept gebändigt werden. Nicht zuletzt deswegen gehört die Workstation Korg Kronos zu den Bestsellern dieses Genres. Als Alternative auf Augenhöhe präsentierte sich 2016 die Yamaha Montage, die ebenfalls Synthese-Vielfalt mit intuitiver Bedienung kombiniert. Eine interessante Mischung aus Standardsounds wie Klavier/Orgel und aktuellen Funktionen wie Auto-Pitch, Vocoder oder Pattern-Sequencing bieten die Instrumente der Roland-DS-Serie.

 

Arranger-Keyboard

Mit Begleitautomatik und File-Player ist es die voll ausgebaute Keyboard-Kommando-Zentrale für den Entertainer: Neben Datenverwaltung für Zuspielungen von MIDI bis MP3 gehören ein Gesangsprozessor mit Harmoniestimmen-Funktion und die Anschlussmöglichkeit für einen externen Bildschirm in jedes Gerät der Oberklasse. Nicht umsonst spricht man hier dann auch von Arranger-Workstation. Auch das Soundangebot ist über jeden Zweifel erhaben und mit dem der hauseigenen Workstations vergleichbar. Vor allem die Tyros-Modelle von Yamaha haben immer wieder neue Maßstäbe in diesem Marktsegment gesetzt. Korg hat die Pa-Serie, Ketron die SD-Reihe am Markt.

 

Stagepiano und Portable Piano

Portable Pianos werden oft von Pianisten gewählt, die auf der Bühne nach einem Pianoersatz mit hochwertigen Klängen und ansprechender Tastatur suchen. Stabiler und mit weiteren Bühnenfeatures ist das Stagepiano ausgestattet. Das Nord Stage gehört zu den auffälligsten Vertretern und bietet auch eine sehr gute Orgelsimulation. Wer auf diese verzichten kann, wird am neuen Nord Piano 3 seine Freude haben. Yamaha, Roland und Kawai gehören ebenfalls zu den festen Größen in diesem Segment. Eine Besonderheit bietet Kawai mit dem MP11: Die Holztastatur mit Waagebalkenmechanik spricht besonders Pianisten an. Roland RD-800, Kawai MP7 oder Yamaha CP4 Stage sind beliebte Allrounder der Produktgattung. Wer weitere Klangerzeuger ansteuern möchte, ist z.B. mit den Masterkeyboard-Funktionen der Kurzweil-Keyboards sehr gut versorgt. Im Gegensatz zu Workstations fällt das Display oft klein aus. Möglichst viele Echtzeitregler erleichtern dann die Bedienung.

 

Stageorgel

Man könnte sie angesichts der guten Orgelsounds in Stagepianos oder Arranger-Keyboards glatt für überflüssig halten; das Interesse an Stageorgeln aber ist ungebrochen. Die Palette reicht von Modellen mit ein oder zwei Manualen bis hin zum kompakten und preiswerten Orgelmodul wie dem Ferrofish B4000+. Im besten Fall lassen diese Instrumente die Grenzen zwischen schwergewichtigen Tone-Wheel-Originalen und portablen Derivaten verschwimmen. Vor allem die Uhl-Orgeln vom Typ X3 Smooth konnten sich in jüngster Zeit profilieren. Zu den schon länger bekannten Klassikern gehören die Nord C2D, die Studiologic Numa Organ und natürlich Hammond mit den Modellen XK-1c und XK-3c. Universelle Bühnen-Keyboards mit dem Fokus auf Orgelsounds findet man mit dem Nord Electro 3 und den SK-Modellen von Hammond.

 

Solo-Synthesizer

Solo-Synthesizer liegen heute wieder voll im Trend, ob in der Kompaktversion (z.B. microKorg mit Miniaturtasten), als voll analoges Gerät wie bei den Moog-Geräten oder virtuell-analog wie z.B. bei den Dauerbrennern Nord Lead und Acess Virus. Diese Klangspezialisten befeuern mit intuitiver Bedienbarkeit und klassischen bis experimentellen Synthesizersounds den Spieltrieb jedes Synthesizerfans und verwöhnen die Ohren des Publikums, von Retro bis Electro.

 

Controller-Keyboards

Controller-Keyboards werden vorwiegend für Computermusiker produziert, die mobil oder im Projektstudio ein passendes Einspiel-Keyboard für die Audiosoftware benötigen. Typischerweise sind Controller-Keyboards mit vielen Echtzeitreglern bestückt, deren Funktionsbelegung oft auch schon an die gängigen Musikprogramme angepasst ist. In der Regel werden diese Keyboards direkt per USB-Kabel mit dem Rechner verbunden, oft auch darüber mit dem nötigen Strom versorgt. Controller mit brauchbarer Tastatur und klassischen MIDI-Buchsen eignen sich aber auch als preisgünstige Zusatztastatur, z.B. um eine Synthesizer- oder Arranger-Workstation über MIDI-in um ein zusätzliches Manual zu erweitern. Die Tastaturgrößen von Con­troller-Keyboards reichen von 25 Mini-Tasten bis hin zur 88er-Hammermechanik-Klaviatur. Äußerst edel: die Masterkeyboards Studio­logic Numa Nero mit der Fatar-Tastatur TP/40Wood (Holzelemente), das Kawai VPC1 mit Holztastatur oder das in dieser Ausgabe getestete MPiano. Ein reine Orgeltastatur mit Waterfalldesign hat Doepfer mit dem d3m im Programm. Benö­tigen Sie umfangreiche MIDI-Funktionen und mehrere MIDI-Ports, sollten Sie zu einem Masterkeyboard wie dem Doepfer LMK 4+ greifen.

 

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