Der Weg zum authentischen digitalen Orchester

10.05.2017 14:46 | Musikproduktion



Orchester-Plug-ins und -Librarys sind heutzutage nichts Neues mehr. Doch wie erhält man die authentischsten Ergebnisse? Wir haben ein paar Tipps gesammelt, mit denen ihr eurem virtuellen Orchester etwas mehr Leben einhauchen könnt. 


Der erste Schritt, um eine Sample-Library wie ein echtes Orchester klingen zu lassen, ist das durchdachte Erstellen und Arrangieren von MIDI-Files. Ein Orchester lebt von der Wechselwirkung zwischen den Musikern und dem Gefühl, das jeder der Spieler in sein Instrument legt. Das virtuelle Orchester hingegen gibt lediglich die Töne so wieder, wie es ihm die MIDI-Datei vorschreibt. Im Folgenden findet ihr ein paar Kniffe, wie ihr euer Orchester lebendig klingen lassen könnt: 

Einspielen von MIDI-Noten

Wenn ihr eure MIDI-Noten nicht via Maus in eine Piano Roll zeichnet, sondern live mit einem MIDI-Keyboard einspielt, erhält euer Arrangement von Anfang an eine menschliche Note. Kleine Timing-Fehler und zufällige Unterschiede in der Anschlagsstärke lassen das Orchester atmen und natürlicher klingen. Bei zu komplizierten Läufen könnt ihr das Projekttempo in eurer DAW herunterregeln, womit das Einspielen wesentlich vereinfacht wird. Falsch gespielte oder zu weit vom Takt entfernte Noten lassen sich im Nachhinein ganz einfach korrigieren. 

Timing

Man muss immer im Hinterkopf behalten, dass beispielsweise ein gestrichener Kontrabass im Gegensatz zu einer Trompete beim Spielen einer Note eine gewisse Einschwingzeit benötigt. Daher ist es empfehlenswert – abhängig von der verwendeten Sample-Library – die Noten ein bisschen früher zu spielen, damit der eigentliche Ton nach der Einschwingphase auch zum Takt erklingt und nicht einige zehntel Sekunden später. 

Artikulationen verwenden

Orchestermusiker haben ihr Instrument über viele Jahre hinweg gemeistert und wissen deshalb über die verschiedenen Spielweisen ihres Instruments bestens Bescheid. Auch viele Sample-Librarys bieten beispielsweise separate Staccato-, Legato- und Pizzicato-Samples. Diese Artikulationen sollte man auf jeden Fall kennen und benutzen, um dem Arrangement Abwechslung und Authenzität zu verleihen. Mini-Performances wie Triller oder kurze Phrasen wurden zudem in einem Lauf von einem Musiker eingespielt und bieten deshalb die menschliche Dynamik, die man durch aufwändige Programmierung zu erzeugen versucht.

Für weitere Tipps und Tricks sowie eine umfangreiche Library-Übersicht könnt ihr einen Blick in die KEYS-Ausgabe 06/17 werfen.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

 


 

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