Drums richtig stimmen

12.04.2018 10:25 | Schlagzeug

Eine gut gestimmte Trommel stellt die Basis für einen fetten Drumsound dar.
Live aber auch im Studio sollten eure Drums immer richtig gestimmt sein.
Dies ist vorallem wichtig für den Sound, aber auch die Sauberkeit des Gesamt-Mixes.
Wie ihr eure Felle richtig spannt und wann ihr welche Schraube drehen müsst, verraten unsere Tipps zum Trommelstimmen.

Im Gegensatz zu Gitarren kann man Trommeln nicht auf eine bestimmte Tonhöhe stimmen. Grund dafür ist die Eigenschaft der Kessel, ein breites Frequenzspektrum abzubilden. Ihr merkt es daran, dass eure Drums auch dann gut klingen, wenn sich der Rest eurer Band durch die verschiedenen Tonarten hangelt. Wichtig ist, dass ihr euch im Klaren seid, wie die Trommel eigentlich ihren Sound produziert. Schlagt ihr auf das Fell, setzt sich eine Luftsäule in Bewegung, die Schlag- wie auch Resonanzfell in Schwingungen versetzt. Die Klanghöhe wird weitestgehend durch die Spannung der Felle und deren Durchmesser, wie auch von der Kesseltiefe und Wandstärke bestimmt. Spricht man bei Trommeln vom stimmen, meint man die in sich gleichmäßige Spannung der Felle, die Abstimmung zwischen Schlag- und Resonanzfell und die Klanghöhenverhältnisse zwischen den Tom-Toms.

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Bevor ihr zum ersten Mal den Stimmschlüssel ansetzt …

Tip-Top in Schuss

Unerlässlich ist die Pflege der Kessel und die Beschaffenheit der Felle. Denn je besser eure Kessel und Felle in Schuss sind, umso leichter lassen sie sich stimmen und desto klarer ist euer Sound. Das Zentrum des guten Klangs liegt genau an der Verbindungsstelle von Kessel und Fell. Die so genannte Fellauflagefläche ist meist nur wenige Millimeter breit und dementsprechend empfindlich. Also schaut euch zunächst einmal eure Kessel an. Ist die Gratung uneben oder hat Dellen, dann ist eine gleichmäßige Auflage des Fells nicht mehr gewährleistet, was das Stimmen erschwert. Sind allzu heftige Kerben in der Gratung, dann hilft nur noch das Nachfräsen der Auflagenkante durch den Fachmann. Diesen Punkt also nicht unterschätzen und wenigstens beim Fellwechsel die Gratung mit einem trockenem Tuch von eventuellen Dreck und Staub befreien. Ähnlich ist das bei den Fellen. Sind eure Felle sehr alt, verdreckt oder haben gar schon Dellen, dann heißt es: alte runter und neue rauf. Denn nur ein makelloses Fell kann optimal schwingen und einen gleichmäßig sauberen Klang erzeugen. Die Investition in so genannte Markenfelle lohnt sich also in jedem Fall. Wo wir schon vor der nächsten Frage stehen: Welcher Felltyp ist für wen optimal?

Drums stimmen 02
… solltet ihr die Stimmschrauben mit der Hand fest anziehen.

Für jeden das Passende

Durch die Beschaffenheit des Fells werden maßgeblich Klang und Sustain bestimmt. Es gibt einlagige, doppellagige, angeraute und vorgedämpfte Felle. Da ist es nicht leicht, das richtige für sich zu finden. Auch hier ist der beste Rat: ausprobieren! Gute Händler haben einen Teststand und können euch im Detail zu euren persönlichen Sound-Vorstellungen beraten. Ein guter Ausgangspunkt ist aber ein einlagiges Fell mittlerer Stärke als Schlag- wie auch als Resonanzfell. Damit lässt sich ein offener, knackiger Sound mit viel Sustain produzieren. Wollt ihr mehr Druck und sollen eure Trommeln lieber tiefer, fetter und kürzer klingen, dann empfiehlt sich ein doppellagiges Schlagfell. Diese werden vor allem von härter schlagenden Rockdrummern bevorzugt. Felle mit einer weiß-rauen Beschichtung bewirken ein geringes Abdämfen hoher Obertöne, was zu einem wärmeren und weicheren Stick-Attack führt. Diese Fellvariation ist vor allem bei Jazz-, Fusion- und Popdrummern beliebt. Zu dieser Fülle an Drumheads kommen noch Spezialisten hinzu, die zum Beispiel einen aufgeklebten Punkt in der Mitte für ausgeprägten Attack oder innen am Rand anliegende Fellringe, die gerade bei Bassdrums zu einem modernen, trockenen Punch mit offenem Gesamt-Sound verhelfen, haben. Der Vorteil dieser Modelle ist, dass ihr sie nicht zusätzlich dämpfen braucht. 

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Immer schön synchron: Der Einsatz eines zweiten Stimmschlüssels erleichtert das gleichmäßige Stimmen gegenüberliegender Schrauben.

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