Gitarrenlehrer – So findet ihr den richtigen!

04.05.2017 12:43 | Blog, Gitarre

Einen guten Gitarrenlehrer zu finden, kann den ganzen Unterschied zwischen einer waschechten Gitarren-Geilheit und verfrühter Aufgabe machen. Da im Prinzip jeder ins Internet gehen und Gitarrenunterricht anbieten kann, sollte man bei der Suche nach dem richtigen Mentor auf ein paar Dinge achten ...

Qualifikationen sind gerade bei dieser Art Inserate oft schwer nachzuvollziehen. Gerade dann, wenn ihr selbst noch wenig bis gar keine Ahnung von dem Instrument habt. So sitzt ihr dann bei der ersten Probestunde und hört dem potenziellen Lehrer erstmal fünf Minuten beim Shredden zu. Geschlossen wird das Gepose mit den Worten: „Und das kannst du dann auch.“ Wenn der Gitarrenlehrer die Stunde über mehr spielt als ihr, solltet ihr über einen Wechsel nachdenken.

Vielleicht wollt ihr aber gar nicht Shredden, vielleicht steht ihr auf Folk statt Vai oder Swing statt Satriani. Daher ist es wichtig, direkt zu Anfang die eigenen Wünsche und Ansprüche klar zu formulieren, und darauf zu achten, dass die auch beim Gegenüber ankommen. Wollt ihr einfach ein paar Lagerfeuersongs schrammeln können und der Lehrer ist überzeugt, dass ihr das Notenlesen erlernen müsst? Das wird nix! Wollt ihr harten Todesmetall zocken und der Lehrer besteht auf AC/DC, „weil die Klassiker jeder können muss“? Das wird auch nix! Manch einer steht nur auf alten Blues – aber der könnte auch einfach Rainer Wöfflers Bluescafé-Workshop in guitar lesen.

Wenn euch Kirchentonarten einen Käse interessieren, müsst ihr sie auch nicht lernen – die Pentatonik reicht! Wenn ihr euch aber für die Modes begeistern könnt, bringt es euch nichts, sollte der Lehrer den Spruch mit der Pentatonik tatsächlich ernst nehmen. Im Magazin guitar übernimmt den Posten des Theorie-Profis Jörg Hartig mit seinem Fretboard-Compendium.

Auch sind Dinge wie „die korrekte (Hand-)Haltung“ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist es wichtig, dass euch der Lehrer vor potenziell körperschädlichen Fehlern schützt und auf Dinge wie Verspannungen hinweisen kann. Gerade ältere Semester treiben es mit dem Regelwerk aber gern zu weit. Wer euch 2017 noch sagt, dass der Daumen nicht oben übers Griffbrett greifen darf, hat wirklich nichts verstanden (außer ihr lernt klassische Konzertgitarre). Ritchie Blackmore und Jimi Hendrix sind nur zwei gigantische Beispiele für die Unsinnigkeit dieser Aussage.

Da der Lehrer im Idealfall mehr Ahnung von der Thematik hat als ihr, ist es wichtig, dass er euch eure eigene Persönlichkeit auf der Gitarre finden lässt. Eine gute Anlaufstelle zur Anregung der eigenen Kreativität sind auch die Workshops Guitar Cosmos und Lazy Guitar aus guitar.

Gitarrenlehrer

Abschließend soll noch gesagt sein, dass man gerade im Internet-Zeitalter auch ohne traditionellen Lehrer schnelle Fortschritte verbuchen kann. Nur solltet ihr dann schon ungefähr wissen, in welche Richtung ihr gehen wollt, damit euch die Fülle an Optionen nicht erschlägt. Auch die regelmäßige Lektüre von guitar und guitar acoustic kann sicher nicht schaden – und ist im Vergleich auch deutlich günstiger.

Alexander Pozniak

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