Harmonielehre für Gitarre

26.02.2020 16:38

Melodie und Skalen

Viele unserer Kollegen verbringen ihre kostbare Zeit an der Gitarre damit, Skalen aller Couleur zu üben, als da wären: Die sieben Kirchentonarten, Harmonisch- und Melodisch-Mollskala, al- terierte und myxo#11-Skalen, Ganzton- sowie Halbton-Ganztonskalen, Bebob- und Bluesskalen und weiß der Henker noch alles. Wenn’s Spaß macht ... Aber leider sind es dann oft diese Kollegen, die leicht deplatziert neben ihrer Band stehen und auf ihren großen Moment – das Gitarrensolo – warten. Wenn es denn die leicht zerstreute Sängerin nicht wieder vergisst...

Weniger ist mehr

Und falls es dann doch endlich kommt, dann geht’s in Tempo 200 mit Sechzehnteln durch den Chorus. Doch leider hat das Auditorium wieder mal nicht mitgekriegt, wie brillant da an Stelle XY alteriert gespielt wurde oder irgendwann die Ganztonskala. Der Gitarrist – falls überhaupt vom Publikum registriert – war entweder „cool“ oder „abgefahren“, ggf. „witzig“. Und dafür soll man jahrelang Skalen zum Playback üben? Das ist nicht unsere Welt. Dafür ist uns unser heißgeliebtes Instrument einfach zu vielseitig. Und – ja – das ist auch ein Wortspiel! Wer o. g. Ansicht aus berufener Quelle bestätigt haben möchte, den verweisen wir gerne auf die Lessons von Joe Pass und seine darin geäußerte Meinung zu Tonleitern und Skalen.

Zwischen Blues und Swing: Harmonik zum Anfassen

Wie wir mittlerweile ja wissen, können wir durch die Stufen einer Tonart und ihre Eigenschaften die meisten Kompositionen aus dem Bereich Jazz, Pop, Blues und Rock entschlüsseln, verstehen und damit auch korrekt spielen. Es gibt übrigens unzählige Songs, die ausschließlich mit den drei Hauptstufen einer Tonart auskommen, so z. B. „Alle meine Entchen”, „Stille Nacht”, „Living Next Door to Alice”, „Let Your Love Flow” (= „Ein Bett im Kornfeld”), „Sweet Home Alabama” u. v. m.

Tonika – Subdominante - Dominante

Die I., IV. und V. Stufe einer Tonart werden als Haupt-, die restlichen als Nebenstufen bezeichnet. Die Tonika ist der Kern eines Stücks - der Grundakkord. Viele Stücke beschreiten, ähnlich wie in einem Feng-Shui-Garten, über verschlungene Pfade und so manchen Hinterhalt den eigentlich direkten Weg zur Tonika. Die beiden anderen Hauptstufen helfen, die Tonika (T) zu erreichen. Am besten schafft das die Dominante. So nennt man die Folge D - T (einen authentischer Schluss). Auch die Subdominante leitet – weniger stark – zur Tonika, die Folge S - T (sog. plagaler Schluss). Eine Abfolge von Akkorden wird Kadenz genannt. Kommen alle Hauptstufen einer Tonart in einer solchen Abfolge vor
(z. B. T - S - D - T), so heißt diese Abfolge Vollkadenz. Nicht zu verwechseln mit Volldekadenz. Das wäre die Bezeichnung dafür, sich dieses Buch vorlesen und die Tabs von einem Kumpel vorspielen zu lassen.

Neugierig geworden?

In unserem Lehrbuch Harmonielehre für Gitarre von Gerhard Brunner und Thomas Dütsch findet ihr alle Zutaten, um Akkorde schnell zu verstehen und perfekt einzusetzen, vom Pop & Rock bis Jazz einfach kreativer zu improvisieren und Spaß an der Musik zu haben.

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