70 Jahre König & Meyer

04.09.2019 16:31

70 Jahre König & Meyer

Der Stativ- und Halterungs-Spezialist König & Meyer feiert in diesem Jahr das 70-jährige Bestehen. Ein Blick in die Geschichte.

König & Meyer steht wie kaum ein anderes Unternehmen der Branche für höchste Qualität Made in Germany. Über 1.500 Stative und Halterungen bietet das Unternehmen aus Wertheim an und verfolgt dabei die Philosophie, „qualitativ hochwertige und langlebige Produkte umweltgerecht zu fertigen, damit sich Musiker weltweit auf das Wesentliche konzentrieren können – ihre Musik“. Um dem eigenen Qualitätsanspruch gerecht zu werden, setzt König & Meyer auf eine beeindruckende Fertigungstiefe. Fast alle Metall- und Kunststoffelemente werden in eigener Fertigung hergestellt – selbst Schrauben kommen aus der eigenen Produktion. Diese Philosophie besteht seit der Gründung des Unternehmens 1949 und wird bis heute vom Geschäftsführungsduo Gabriela König und Heiko Wolz fortgesetzt. Für die Fertigung heute, von mehr als 20.000 Einzelteilen, allein ein Notenständer besteht aus 70, bekommt das Unternehmen pro Woche über 30 Tonnen Rohre und 30 Tonnen Bandstähle geliefert. Insgesamt lagert König & Meyer 400.000 Stück Rohre und 100 bis 150 Tonnen Bandmaterial vor.

Seinen Anfang nahm das Unternehmen bereits vor der Gründung im Mai 1949. In den 30er-Jahren betrieben Karl König und Erich Meyer gemeinsam mit Werner Reukauf die Firma Kömera, die Lehren herstellte. Während des zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit wurde das Unternehmen zweimal enteignet. Daraufhin entschlossen sich Karl König und Erich Meyer das thüringische Zella-Mehlis und die sowjetische Besatzungszone hinter sich zu lassen, und in der rund 150 Kilometer südlich gelegenen, nördlichsten Stadt Baden-Württembergs, Wertheim, neuanzufangen. Werner Reukauf wollte die Heimat nicht mit ihnen verlassen. In der Zeit gab es für die Region um Tauberbischofsheim Förderprogramme der Landesregierung, um Industrie anzusiedeln. Darum, und weil sie die Umgebung an das heimatliche Thüringen erinnerte, fiel die Wahl auf Wertheim. Mit sechs Mitarbeit begannen sie auf dem Reinhardshof, wo sich heute das moderne Logistikzentrum des Unternehmens befindet, mit der Produktion von technischen Messgeräten wie beispielsweise Gewindelehren. Noch in Thüringen, wo viele Musikinstrumenten- und Zubehörhersteller angesiedelt waren, hatten sie festgestellte wie krisensicher die Herstellung von Notenständern war. So begannen sie in Wertheim, die bis heute ikonischen Notenpulte herzustellen. Das klassische Design ist aber keine Erfindung der Firma König & Meyer, auch wenn der Firmennamen für viele fest mit dem Notenständer verbunden ist. Die Konstruktion ist wohl schon über 100 Jahre alt, wurde vom Unternehmen aber verfeinert.

König & Meyer: Von Mikrofonstative und Trockenhauben

Das erste Mikrofonstativ entwickelte König & Meyer im Jahr 1952 für die Firma Siemens. Da war die Mitarbeiterzahl bereits auf 60 gewachsen. Auch der Sohn von Gründer Karl König war zu diesem Zeitpunkt schon im Unternehmen beschäftigt. Von 1950 bis 53 machte Martin König eine Lehre zum Werkzeugmacher, arbeitete anschließend drei Jahre als Geselle, machte die Fachhochschulreife nach und ging für sein Maschinenbaustudium nach Mannheim. Nach seinem Diplom arbeitete Martin König zunächst bei der BASF und Philips. Mit seinen Erfahrungen kehrte er 1965 als Betriebsleiter in den väterlichen Betrieb zurück. 1967 verstarb Karl König an einem Herzinfarkt, sodass Martin König als technischer Geschäftsführer den Platz neben Erich Meyer einnahm.

Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre brachen für die Firma König & Meyer besonders lukrative Zeiten an. Und das nicht nur im Musikbereich: Die Firma Calor aus Frankreich trat an König & Meyer heran, um Stative für Haartrockenhauben fertigen zu lassen. Schnell zählten die größten Haushaltgerätehersteller wie Siemens, Rowenta, Severin, ABC und Krups zu den Kunden. Zu den Hochzeiten stellte König & Meyer rund eine Million Trockenhaubenstative im Jahr her. Ursprünglich für die Haartrockenstative wurde 1969 dann Werk 2 gebaut. Doch mit der Erfindung des Föns und der Fönfrisuren – oder wie Martin König gerne scherzhaft erzählt, wegen der Stativ-unfreundlichen Frisuren – brach der Markt völlig zusammen. Man hatte sich aber durch die Trockenhaubenstative hervorragende Verbindungen zu den Firmen aufgebaut, und lieferte so Kunststoffteile für Toaster, Bügeleisen, Eierkocher oder Waffeleisen. Nach der Wende boten Firmen aus den neuen Bundesländern Kunststoffteile viel günstiger an, sodass der Geschäftszweig fallengelassen werden musste und König & Meyer fortan Kunststoffteile nur noch für den eigenen Bedarf produzierte. Aber auch im Musikbereich blieb das Unternehmen nicht untätig. 1966 entwickelte König & Meyer einen Ständer, der zum absoluten Klassiker werden sollte: Das Mikrofonstativ 210/2.

Wie die Unternehmensgeschichte weiter verlief, lesen sie in der September-Ausgabe von das musikinstrument.

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