Korg Minilogue XD: Hybrid-Synthesizer im Test

06.06.2019 11:04

Mit dem Minilogue ist Korg 2016 in eine Marktlücke gestoßen. Der kompakte und attraktiv bepreiste Synthesizer bietet eine vierstimmige, speicherbare, analoge Klangerzeugung mit integriertem Step-Sequencer. In der neuen XD-Version erbt das Instrument nun einige Eigenschaften des großen Prologue ...

Korg Minilogue XD
Mit schwarzem Aluminiumgehäuse und Rückwand aus Holz macht sich der Korg Minilogue XD sehr dekorativ. © Korg

Der Minilogue XD kommt im schwarzen Aluminiumgehäuse und mit 37 schmalen Tasten. Er ist weiterhin erfreulich leicht (2,8 kg), kompakt (50 x 30 x 8,5 cm) und dank Echtholzrückwand dekorativ. Auch von der Bedienoberfläche darf man beeindruckt sein, denn 27 griffige Regler, 17 Schalter und ein selbstrückstellender Joystick als Spielhilfe laden zur direkten Klangformung ein.

Ein Highlight ist das OLED-Display, das nicht nur Preset- und Parameternamen anzeigt, sondern auch als Oszilloskop fungiert. Anschlussseitig gibt es Stereo- und Kopfhörerausgänge, einen Pedalanschluss, MIDI- und Sync-in/out, USB, zwei CV-Eingänge sowie eine Buchse für das mitgelieferte Netzteil. Der Audioeingang des Vorgängers ist hingegen leider entfallen. Neuerdings ist das Gerät auch zum gleichen Preis als Desktop-Variante ohne Klaviatur erhältlich (Minilogue XD Module). Dabei lassen sich sogar zwei Geräte durch eine Polychain-Funktion zu einem achtstimmigen System kaskadieren.

Klangerzeugung

Die Klangerzeugung stellt sich als erweiterte Version des analogen Minilogue dar. Wie zuvor gibt es für jede der vier Stimmen zwei VCOs mit Ring- und Cross-Modulation sowie eine Sync-Funktion. Jeder Oszillator ist in vier Oktavstufen schaltbar sowie mit einem Regler um plus minus eine Oktave zu verstimmen. Die VCOs bieten die Standards Rechteck, Sägezahn und Dreieck, die allerdings allesamt in der Symmetrie variabel und modulierbar sind. Zudem gibt es die Möglichkeit zu Sync, Ring- und Kreuzmodulation.

Neu ist der dritte, digitale Oszillator, mit dem Korg ein weiteres echtes Ass aus dem Ärmel zieht. Dieser Bereich bietet unterschiedliche Synthesemodelle und ist zudem erweiterbar (siehe Kasten). Das folgende Tiefpass-Filter mit 12 dB/Okt. Flankensteilheit ist eine Neuentwicklung, die sich vom Vorgänger, aber auch vom Prologue (KEYS 6/18) unterscheidet. Es lässt sich weiterhin in zwei Stufen für rotzigere Klänge übersteuern und bietet zudem ein zweistufiges Keytracking.
Nach dem obligatorischen VCA bietet der Minilogue XD eine dreifache, digitale und stereophone Effektsektion.

Neben den werkseitigen Modulations-, Delay- und Reverb-Algorithmen sind auch hier Speicherplätze für Entwicklungen von Drittanbietern vorgesehen. Die Effekte lassen sich direkt in je einem Parameter und der Intensität regeln, sind aber nicht modulierbar. In allen Fällen lässt sich jeweils zwischen mehreren Untertypen wählen, etwa mehreren Chorus- und Flanger-Varianten, verschiedenen Hallräumen und temposynchronisierbaren Delays.

Modulation

Als Modulatoren stehen zwei Hüllkurven zur Verfügung, von denen die dem Filter beziehungsweise den Oszillator­tonhöhen zuweisware zweite Hüllkurve inzwischen leider nur noch die Parameter Attack und Decay offeriert (mit bipolarer Intensitätsregelung), während sich die Lautstärkeformung weiterhin auf das ADSR-Modell verlässt. Wie sein Vorgänger beschränkt sich der Minilogue XD auf einen LFO, der sich wahlweise auf die Oszillatorentonhöhe, dem Shape-Parameter oder die Filterfrequenz routen lässt.

Immerhin kann man die adressierten Oszillatoren selektieren und zwischen Neustart einer Modulation bei jedem Tastendruck und zwischen den Stimmen wählen. Für Lebendigkeit im Oszillatorbereich sorgt letztlich der Shape-Parameter. Hier lassen sich Klangbewegungen wie eine Pulsbreitenmodulation auf Oszillatorebene umsetzen, was die Lebendigkeit und Breite der Klänge verstärkt.

Natürlich kann man sich umfassendere Möglichkeiten und insbesondere weitere Modulatoren wünschen, darf dabei aber nicht den Preis des Minilogue XD außer Acht lassen. Die Achsen des Joysticks, die beiden CV-Steuereingänge und die Abhängigkeit der Hüllkurven von der Anschlagsdynamik, aber auch Hüllkurven-Trigger, lassen sich über das Menü justieren.

Den vollständigen Testbericht lesen Sie in KEYS 07/2019 – die Ausgabe können Sie direkt hier im Shop bestellen.

Text: Ulf Kaiser

Die Erfassung durch Google Analytics auf dieser Website wird zukünftig verhindert.