Native Instruments Massive X im Test

13.02.2020 17:47

Massive von Native Instruments ist seit langem ein beliebter Software-Synthesizer. Da er aber doch etwas in die Jahre gekommen war und die Wünsche der Nutzer immer lauter wurden, hat der Hersteller als Nachfolger Massive X auf den Markt gebracht. In der KEYS 03/2020 haben wir das Synthesizer-Plug-in ausführlich getestet.


Foto: Native Instruments

Im Jahr 2007 schickte Native Instruments mit Massive einen Software-Synthesizer ins Rennen, der sich dank seines durchsetzungsfähigen Sounds bis heute großer Beliebtheit erfreut. Die Basis des subtraktiv aufgebauten Synthesizers bildeten drei Wavetable-Oszillatoren und ein umfangreicher Modulations-Oszillator, deren Signale durch zwei separate Filter liefen, die sich mit unterschiedlichen Modi betreiben ließen.

Eine Amp- und eine gut ausgestattete Effektsektion komplettierten die Klangerzeugung und -bearbeitung. Im Prinzip! Das, was diesen Synthesizer in der Urversion zu mehr als nur zu einem aufgepumpten virtuellen Minimoog machte, war natürlich die verwendete Wavetable-Synthese und die umfangreiche, aber etwas sperrige Modulationssektion.

Obwohl man sich nach einer kurzen Einarbeitungszeit schnell zurechtfand und umgehend kreativ arbeiten konnte, war die Bedienoberfläche doch ein wenig überholt. Der Wunsch nach mehr Möglichkeiten und Optionen hat dazu geführt, dass Native Instruments Mitte 2019 den generalüberholten Massive X an den Start gebracht hat.

Bedienoberfläche

Gecheckt wurde Massive X in der Version 1.1.0. Das Update muss man sich über die Native-Access-Plattform herunterladen. Schon vor diesem Update konnte von Generalüberholung bei Massive X beinahe nicht mehr die Rede sein, denn der Synthesizer erinnert seit seinem Reboot nur noch rudimentär an den Vorgänger.

Massive X hat eine vollkommen neue Bedienoberfläche bekommen, die nun optisch mehr an einen Eurorack-Synthesizer erinnert. Korrekterweise sollte man hinzufügen, dass mit dem aktuellen Update sogar sechs umschaltbare Benutzeroberflächen in den Varianten Dark, Light, Default und Dark, Light, Default Flat bereitgestellt werden. Gerade die Flat-Versionen sollen prozessorfreundlich sein. Das wird zumindest behauptet. Ich konnte bei einem Blick auf die CPU-Last meines Rechners beim Wechsel der Darstellungsvarianten keine Veränderungen feststellen. Da mir die Default-Einstellung sowieso am besten gefiel, bin ich für die folgenden Betrachtungen auch genau bei dieser geblieben.

Einschränkungen und Verbesserungen

Die Größe der Bedienoberfläche ist nicht frei skalierbar, sondern kann nur in 25-Prozent-Schritten von 50 bis 200 Prozent eingestellt werden. Das hätte man vielleicht auch anders lösen können. Öffnet man das Preset „Massive X Blank“, wird der semimodulare Charakter des Plug-ins noch deutlicher. Alles ist optisch feiner und graziler geworden. Durch die größere Benutzeroberfläche kann nun aber mehr Information transportiert werden. Somit ist der erste Eindruck durch die bessere Lesbarkeit und Darstellung sehr gut.

Öffnen kann man Massive X auf folgenden Wegen: In der Host-Software (DAW) entweder durch direkte Einbindung des Plug-ins in einer Instrumentenspur oder über eine Komplete-Kontrol-Spur. Innerhalb Komplete Kontrol kann dann Massive X angewählt und per NKS gesteuert werden. Massive X kann nicht mehr als Standalone-Anwendung betrieben werden. Allerdings ist der Zugriff auch ohne DAW über Komplete Kontrol möglich, da diese Anwendung wiederum standalone betrieben werden kann.

Die bestehende Factory Library wurde mit dem neuesten Update nun um den Menüpunkt „New in 1.1“ erweitert, unter dem 99 neue Presets abgelegt worden sind, die unterschiedlichsten Ansprüchen genügen sollten. Neue Wavetables wurden den Oszillatoren nicht hinzugefügt.

Weniger oder mehr?

Gegenüber Massive verfügt Massive X nur noch über zwei Oszillatoren. Diese haben es allerdings in sich. Jedem Oszillator stehen 158 Wavetables (nicht 170 wie angegeben) zur Verfügung, deren akustische Prägung von Basic (Standard-Wellenformen) über Additive+FM bis hin zu „Monster“ reicht. Man merkt, dass diese Form der Kategorisierung nicht unbedingt auf einem technischen Konzept oder einem mathematischen Modell basiert, sondern eher als emotionale Einordnung dient.

Letztlich kann man sowieso jeden Sound so schnell verbiegen, dass man kaum einordnen kann, welche Quelle wirklich dahintersteckt. Das geht zum Beispiel dadurch, dass man aus zehn verschiedenen Oszillatormodellen auswählen kann. Die Oszillatoren befinden sich neben den Noise-Generatoren, den Filtern, den Insert-Effekten, dem Amp und den Stereoeffekten im sogenannten Modul-Panel. Dieses füllt die obere Hälfte der Massive-X-Bedienoberfläche aus.

Den vollständigen Testbericht lesen Sie in KEYS 03/2020 – die Ausgabe können Sie gleich hier im Shop bestellen!


Text: Bernd Kistenmacher

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