Teamplayer und Rampensau

04.02.2020 10:27

Für 25 Jahre schwang Mike Portnoy bei Dream Theater die Sticks. Seit seinem Ausstieg in 2010 hat sich der US-Amerikaner erst recht als umtriebiger Tausendsassa erwiesen. Er gründete Bands, beehrt Freunde als Gastmusiker und veröffentlicht regelmäßig neue Alben, so zuletzt mit der Progressive-Metal-Formation Sons of Apollo.

Auch wenn Mike regelmäßig zwischen seinen Engagements hin und her wandert, kann man ihn schwerlich als Freiberufler oder Söldner bezeichnen. Als Songschreiber und großer Entertainer ist er vor und hinter der Bühne eine Führungsfigur. Zudem sitzt seine Verbundenheit mit jeder seiner Bands zu tief. Auch ist der Drummer so etwas wie ein Kurator, der seine Lieblingsmusik sammelt, verwaltet und weiterentwickelt. Nicht nur beruflich, sondern auch in seiner Freizeit frönt Mike, der neben Musik auch gern über aktuelle Film- und Serienhighlights twittert, vielen kulturellen Interessen. Aktuell steht bei ihm aber vor allem das neue Album der Sons of Apollo, „MMXX“ (sprich: „Twenty-Twenty“), auf dem Plan, mit dem die Gruppe Ende Januar auf Tour geht. Davor nutzte Mike einen seiner seltenen freien Tage für ein Telefoninterview, in dem er mit uns unter anderem über die neue Sons-of-Apollo-Platte, Multitasking, Drum-Equipment und die Prog-Kollegen von Tool sprach.

DH: Mike, du hast gerade erst ein Album-Release und die anschließende Tour mit Flying Colors hinter dir. Zwischenzeitlich warst du mit Transatlantic im Studio, um Drumtracks einzuspielen. Jetzt ist das zweite Album der Sons of Apollo erschienen und dir steht die nächste große Tour bevor. Wie kriegst du all diese Aktivitäten unter einen Hut?
M.P.: Das ist definitiv eine Herausforderung. Ich bin aktuell in sechs verschiedenen Bands und mit jeder davon gab es in 2019 irgendwelche Aktivitäten. Tatsächlich ist die Musik selbst der einfachste Teil. Oft werde ich gefragt, wie ich mir die ganzen Songs merken kann, wenn ich von Band zu Band wechsle. Das fällt mir eigentlich nicht so schwer. Viel schwieriger ist die ganze Planung. Ich muss immer mehrere Monate, oft über ein halbes Jahr, vorausblicken und die Pläne der Bands koordinieren. Zum Glück bin ich sehr organisiert, ehrlich gesagt sogar etwas pedantisch.

DH: Die ersten zwei Singles vom neuen Album, „Goodbye Divinity“ und „Fall To Ascend“, wurden schon im Spätherbst veröffentlicht. Wie fallen bisher die Reaktionen aus?
M.P.: Ich muss sagen, die bisherigen Reaktionen haben mich echt überwältigt! Das Video zu „Goodbye Divinity“ wurde innerhalb weniger Wochen über zwei Millionen Mal geklickt. Das hat mich, offen gestanden, regelrecht schockiert. Riesige Zahlen! Wir sind schließlich immer noch eine recht junge Band und alles andere als eine kommerzielle Popband. Dazu kommt, dass die allermeisten Kommentare sehr positiv sind, was mich natürlich freut.

DH: Das dürfte die Vorfreude auf die Tour noch verstärkt haben, oder?
M.P.: Ja, definitiv. Ohnehin ist Sons of Apollo in erster Linie eine großartige Liveband, weil alle Mitglieder wahre Performer sind. Wir alle mögen es, uns in Szene zu setzen und auf der Bühne richtig durchzudrehen. Viele Prog-Bands sind live nicht allzu lebhaft, sondern beschränken sich eher darauf, ihre Instrumente zu spielen. Das ist bei Sons of Apollo definitiv anders.

DH: Davon kann man sich ja beispielsweise ein Bild machen, wenn man sich die Blu-Ray von eurem Konzert in Plovdiv, Bulgarien in 2018 anschaut. Da seid ihr mit einem kompletten Orchester in einem römischen Amphitheater aufgetreten. Wie hat sich das angefühlt?
M.P.: Das war wirklich eine der außergewöhnlichsten Shows meiner Karriere. Das Venue war wunderschön. Nachts inmitten dieses uralten Theaters, hinter uns die Ruinen antiker Bauten. Zusätzlich zum Orchester war auch noch ein Chor dabei. Im Programm hatten wir eine Reihe besonderer Coversongs. Die Krönung war, dass das alles aufgezeichnet wurde. An dem Abend hat wirklich alles perfekt zusammengepasst. Ein einmaliges Erlebnis ...


Welche interessanten Dinge uns Mike sonst noch erzählt hat - zum Beispiel über Recording, sein Equipment und einige seiner Lieblingsbands - könnt ihr in der Vollversion des Interviews in der neuen DrumHeads!! (Ausgabe 2/2020) lesen. Außerdem gibt es dort Noten und Soundfiles zu den Drumtracks vom neuen Sons-of-Apollo-Album "MMXX". Am besten direkt hier bestellen!

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