Novation Summit im Test

04.10.2019 09:48

Novation überraschte die Szene 2016 mit dem kompakten Hybrid-Synthesizer Peak. Mit dem Summit gibt es drei Jahre später den ultimativen Nachfolger. Ob der Summit zu noch größeren Höhen aufsteigen wird, wollen wir in diesem Test herausfinden.


Der Novation Summit kommt im schlanken Design und mit einem fünf Oktaven umfassenden Keyboard. © Novation

Nichts geht über einen Keyboard-Synthesizer. Kompakte Desktop- oder Rack-Synthis haben alle ihre Berechtigung. Aber Instrumente muss man gleich und unmittelbar spielen können. Nur so kann der Funke überspringen. Als ich den Summit während des vergangenen Superbooth im Mai 2019 zum ersten Mal spielen durfte, war ich von dessen Optik und Haptik sofort begeistert. Vor mir lag definitiv Novations Antwort auf den Peak. Nun – ein paar Monate später – darf ich ihn testen und an meiner Begeisterung hat sich nichts geändert.

Von allen Seiten schön

Der Summit ist optisch äußerst gelungen. Er hat ein schlankes, edles Design und da der Synthesizer nun ein sehr gut spielbares Keyboard mit fünf Oktaven hat, das Nutzer des Novation SL MkIII schon kennen, wirkt der ganze Synthesizer auch nicht gedrungen, sondern extrem aufgeräumt. Alles ist da, wo es sein soll, und das trotz 50 Drehregler, einem Encoder, einem OLED-Display, Schiebereglern für die Hüllkurven und weiteren Funktionstastern.

Die Rückseite des Summit bietet weitere Anschlussmöglichkeiten. Da wäre die Buchse für den Kaltgerätestecker (internes Netzteil!), ein Kensington-Lock, vier Audioausgänge (Main und AUX), ein Paar Audioeingänge, USB-MIDI, das MIDI-Triple, ein CV-Eingang (Miniklinke), zwei Anschlüsse für Pedale und einen Kopfhörereingang, den man vielleicht nach vorne hätte verlegen sollen. Das Metallgehäuse ist stabil und verwindungssteif. Zwei Holzseitenteile aus Walnussholz geben dem Summit einen edlen Look.

Der Summit hat nun gegenüber dem Peak 16 Stimmen und er ist Bi-Timbral ausgelegt. Das bedeutet, dass man ihn echt 16-stimmig spielen kann oder im Multi-Part-Mode zweifach achtstimmig; wobei wir dann rechnerisch bei zwei Peak-Engines angekommen wären. Positiv ist, dass in diesem Mode jeder Sound über seine eigenen Effekte verfügt. Dazu später mehr. Grundsätzlich können übrigens alle Presets des Peak in den Summit geladen werden.

All engines running

Wie auch beim Peak, verfügt die Engine des Summit über drei digitale New-Oxford-Oszillatoren (NCOs). Jeder Oszillator erzeugt die klassischen Wellenformen Sinus, Dreieck, Rechteck mit Pulsweitenmodulation und Sägezahn. Allein diese Wellenformen können über einen
Shape-Regler verändert werden, sodass schon auf diese Weise der Klang eines Oszillators erheblich variiert werden kann. Das Shape-Feature wiederum ist über Mod Env 1, LFO 1 oder manuell modulierbar.

Wer mehr braucht, soll mehr bekommen. Als fünfte Option kann jeder Oszillator in den More-Modus gebracht werden. Mit dieser Funktion wird ein Oszillator zu einem Wavetable-Oszillator. Ganze 59 Wavetables wurden hier hinterlegt. Um den Oszillatoren etwas mehr Leben einzuhauchen, kann man im entsprechenden Osc-Menü die Parameter Divergenz und Drift einstellen. Zu guter Letzt ist auch noch FM-Synthese möglich.

Jeder Oszillator verfügt über einen separaten FM-Regler, wobei Osc 1 von Osc 3, Osc 2 von Osc 1 und Osc 3 von Osc 2 moduliert werden kann. Der Regler bestimmt die Modulationsintensität. Als Modulationsquellen dienen hier LFO 2, Mod Env 2 oder die manuelle Regelung. Die Tonhöhe jedes Oszillators kann separat über dieselben Modulationsquellen LFO 2 und Mod Env 2 variiert werden. Schon jetzt kann man erkennen, dass allein im Bereich der Klangerzeugung sehr viele Möglichkeiten zum Sounddesign stecken.

Die Mischung macht’s

Auf die Oszillatorabteilung folgt die Mixer-Sektion. Diese kennen wir schon vom Peak. Sie besteht aus drei Volumenreglern für die Oszillatoren, einem separaten Regler für Ring-Modulation der Oszillatoren 1 und 2, einem VCA-Gain-Regler, mit dem man die Gesamtlautstärke des Signals festlegt, und einem Volumenregler für Noise. Hier erwartet uns eine Überraschung, denn man hat dem Noise-Generator des Summit eine eigene Klangregelung spendiert.

Über das Oszillator-Menü erreicht man die Noise-Filter-Parameter. So sind gleichzeitig ein Lowpass- und ein Highpass-Filter aktiviert, deren Frequenz manuell eingestellt werden kann. So kann man das Noise färben, ohne den eigentlichen Filter dafür zu verwenden (was aber trotzdem möglich ist).

Den vollständigen Testbericht lesen Sie in KEYS 11/2019 – die Ausgabe können Sie gleich hier im Shop bestellen!


Text: Bernd Kistenmacher

Die Erfassung durch Google Analytics auf dieser Website wird zukünftig verhindert.