Röhrenmikrofone im Studio

18.05.2017 09:48 | Musikproduktion

Neumann U47

Röhren-Technologie ist, obwohl gerade heute sehr gefragt, keinesfalls neu. Im Gegenteil: Vor Aufkommen der Transistor-Technik waren Mikrofone im Studio entweder dynamisch aufgebaut oder basierten auf Röhren-Schaltungen. Es verwundert also kaum, dass gerade die Klassiker unter den Mikrofonen sehr oft mit Röhrentechnik arbeiten.

Der Klassiker: das Neumann U 47

Vielen gilt das Neumann U 47 als das Röhrenmikrofon überhaupt. Seit 1949 wurden unzählige Aufnahmen mit Mikrofonen dieses Typs eingefangen. Mit der M7-Kapsel, die ursprünglich für das CMV3 (besser bekannt als die „Neumann-Flasche“) entwickelt wurde, und später mit der K49 hat sich das U 47 in die Herzen der Produzenten und Engineers eingenistet – und in unser kollektives Gedächtnis, in Form der Unmengen an populären Songs, die mit diesem Mikrofon aufgenommen wurden. George Martin beispielsweise nutzte das U 47 oft für Aufnahmen der Beatles.

Legendär: AKG C12 & Microtech Gefell

Ein paar Jahre nach der Vorstellung des U 47 brachte AKG ein Mikrofon auf den Markt, das einen ähnlich legendären Ruf genießt: das C12. Das Mikrofon mit dem langgezogenen Korpus erfreut sich ebenfalls bis heute großer Beliebtheit und hat viele Nachahmer gefunden – mit dem Zusatz „VR“ wird das C12 aber bis heute von AKG angeboten.

Neben diesen beiden Klassikern gibt es diverse weitere mehr oder weniger bekannte Hersteller, die bei ihren Produkten ebenfalls auf den beliebten Röhren-Sound schwören. Sehr populär sind die Mikrofone von Dirk Brauner, der mit den Modellen VM1, VMA, VMX und Valvet eine ganze Palette hochpreisiger, aber auch hochwertiger Studio-Mikrofone anbietet.

Dem Namen nach vielleicht etwas weniger bekannt sind Microtech Gefell, die aber historisch mit Neumann zusammenhängen und beispielsweise die M7-Kapsel in ihrem UM92.1 nutzen.

Moderne Mikrofone

Einen moderneren Ansatz verfolgt Lewitt mit dem LCT940: In einem Mikrofon sind die Bauweisen mit Röhren-Technik und Transistor-Schaltung realisiert. Über das Speise-Modul lassen sich diese zwei Betriebsarten nicht nur umschalten, sondern stufenlos überblenden, sodass dem optimalen Sound zwischen Röhre und FET nichts im Wege stehen sollte.

(Manuel Knigge)

Mehr über Mikrofontechnik

Noch mehr über Mikrofontechnik erfahrt ihr im ausführlichen Artikel im Recording Magazin 2/16.

 

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