Schlagzeug aufnehmen mit vier Mikros

25.03.2017 00:00 | News, Schlagzeug, Blog

Beim Thema Schlagzeug im Studio schießen den meisten Musikern schnell Bilder von Kabelsalat, Mikrofonwald und verzweifelnden Tontechnikern in den Kopf. Das Drumset ist wohl eines der komplexesten Instrumente überhaupt, wenn es darum geht, einen ordentlichen Studiosound zu erzeugen. Dennoch kann man auch mit wenigen Mikrofonen einen fetten Drumsound erzeugen – wenn man es richtig anstellt.

Glyn Johns – Ikone im Studio

Der Erfinder der vorgestellten Methode heißt Glyn Johns. Ab den 1960er-Jahren machte sich der Brite als Produzent der ganz großen Bands einen Namen. Die Rolling Stones, Eagles, The Who und Led Zeppelin vertrauten im Studio auf den Briten, der auch heutzutage als eine Ikone des Studios gilt. Wenn man sich Keith Moons oder John Bonhams fetten Schlagzeug-Sound anhört, ist man umso überraschter, dass Glyn diese Klangwand mit nur vier Mikrofonen zaubern konnte. Das nachfolgend beschriebene Vorgehen wurde nach ihm benannt.
Benötigt werden zwei Overhead-Mikrofone (im Idealfall zwei identische Kondensatormikros), ein Bassdrum-Mikrofon (hier bieten sich sowohl verschiedene Kondensatoren- als auch dynamische Mikrofone an) sowie ein Snare-Mikro (zumeist dynamisch).

Vier Mikrofone für einen fetten Drumsound

Den Großteil des Soundbildes machen die Overhead-Mikrofone aus, Bassdrum- und Snare-Mic dienen zur Andickung des Klangs. Zu Beginn wird das erste Overhead-Mikrofon etwa einen Meter über der Snare positioniert, sodass genau auf die Mitte des Schlagfells zeigt. Nun gilt es, mit diesem Overhead einen ausgeglichenen Gesamtklang zu erreichen. Wenn ihr zu wenig Toms hört, richtet es etwas mehr in Richtung der Toms. Das Gleiche gilt für Hi-Hat, Snare und Floortom. Sobald ihr mit dem Ergebnis zufrieden seid, positioniert ihr das zweite Overhead-Mikrofon direkt neben und etwa 15 Zentimeter über dem Floortom. Die Spitze des Mikrofons sollte genau den gleichen Abstand zur Snare-Mitte haben wie das erste Overhead. Nutzt zum Messen einfach eine Schnur oder ein Maßband.

Mit dem Schlagzeug experimentieren

Zum Schluss werden das Bassdrum-Mic nah am Resonanzfell oder in der Kick und das Snare-Mikrofon ein paar Zentimeter über dem Schlagfell platziert. Wie immer in der Musik gilt: Selber ausprobieren. Experimentiert mit der Stellung der Mikrofone solange, bis euch der Sound gefällt. Die Glyn-Johns-Methode sowie viele weitere Herangehensweisen ans Drum-Recording werden ausführlich auf Ulli Pallemanns’ DVD „Drum Recording“ erklärt und demonstriert.

 

(Bilder: Shutterstock)

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