Täglich auf Bonafari

03.02.2017 15:39 | Gitarre

"Hi, mein Name ist Joe und ich bin gitarrensüchtig. Das hier passiert, wenn Sucht auf Erfolg im Musikbusiness trifft, und es keine Autoritätsperson gibt, die sagt 'nein, bitte hör auf’." Das sagt Joe Bonamassa, Blues-Rock-Profi und nebenberuflicher Gitarren- und Verstärkerjäger, und verweist dabei auf seine mehrräumige Gitarren- und Verstärker-Sammlung.

Leider gibt es im Leben eines normalsterblichen Gitarristen meist zwei limitierende Faktoren, die das leidenschaftliche Ausleben des von Joe als „Gitarren-Safari“ bezeichneten Jagdtriebs behindern. Dem steht erstens der meist leere Geldbeutel und zweitens besagte Autoritätsperson (die Ehefrau, die Bank, der Insolvenzverwalter, etc.).

Das hindert uns aber nicht daran, täglich die Online-Auktionsportale oder Musikläden nach den neuesten (oder eben ältesten) Gitarren, Amps und Effektpedalen (hier lohnt ein Blick in unser Effektpedal-Sonderheft) zu durchforsten. Hat man erst einen besonderen Leckerbissen gefunden, macht sich die Sucht bemerkbar und es werden keine Kosten und Mühen gescheut, um die Neuanschaffung in die heimischen vier Wände zu transportieren.

Bei der Lieferung stellt sich dann zum wiederholten mal die Frage: Wohin mit dem ganzen Zeug? Und wann soll ich das alles spielen? Da hilft meistens nur

a) aussortieren (ja, klar ...) oder
b) stapeln

Wer nun aber wie Bonamassa das Glück genießt, prominenter Berufsmusiker zu sein, darf seine alten Schätze täglich spielen und sich so gleich die nächste Jagd-Trophäe finanzieren.

Einen Einblick in die heiligen Hallen seines Bonaseums bietet Joe leider nicht oft. In unserem Joe-Bonamassa-Sonderheft gewährte er guitar allerdings eine mehrtägige Audienz und zeigte sich von seinen beiden Seiten: dem Spieler und dem Sammler.

Neben zahlreichen Notenbeispielen zu Riffs und Licks, gibt es auch voll ausgeschriebene Songs zum Nachspielen. Besonderes Schmankerl ist aber der Besuchs in Joes Gitarrensammlung, den er persönlich kommentiert. Bei Anblick all dieser Vintage-Perlen erwacht doch gleich wieder der innere Jäger – wären da nur nicht die limitierenden Faktoren 1 und 2 ...

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